Entscheidungshilfen ?!

Arbeiten, Formalitäten, Wohnen, Studieren, Au-pair, Schüler-/Studentenaustausch, Praktika. Wir sind keine Jobbörse!

Entscheidungshilfen ?!

Beitragvon Mammamia » Sa, 28. Aug 2010, 7:21

Hallo Ihr alle,
da ich ganz neu hier bin, stelle ich mich kurz vor, zumal das für meine weiteren Fragen auch wichtig wäre :-)

Ich bin fast 42, mein Mann fast 47 und unsere Tochter gerade 9. Ich habe immer mal wieder davon geträumt, nach Norwegen zu gehen, es aber nie wirklich in Angriff genommen. Als ich kürzlich eine alte Freundin wiedertraf, die dies vor über 2 Jahren umgesetzt hat (ihr Traummann lebt seit 12 Jahren dort, Kinder hatte sie keine), wurde der "Traum" konkreter. Nun gehöre ich nicht zu den Leuten, die mal eben ihre Tasche packen und weg sind. Vielmehr informiere ich mich, wäge Vor-und Nachteile, Für und Wider ab.

Und nun zu meinen Fragen:
Ich bin gelernte Reiseverkehrskauffrau mit Ausbildung zur Assistentin/Sekretärin. Seit gut 5 Jahren bin ich Verwaltungsleitung in der Krankenpflege. Das alles sind "schriftliche" Berufe. Bis ich auch nur annähernd die Schriftprache ausreichend beherrsche, würden vermutlich Jahre vergehen. In welcher Branche hätte ich denn ggfs. dennoch eine Chance ?
Mein Mann ist Polier (also mit Meisterbrief) im Bereich Tiefbau - wie würden seine Chancen stehen, grundlegende Sprachkenntnisse vorausgesetzt?
Und außerdem: eine ausreichende Vorbereitungszeit muss ja schon sein, sind wir dann schon zu alt überhaupt noch Arbeit zu finden? In der BRD wären wir das ja bekanntlich auf jeden Fall :cry:

Niemals würde ich den Schritt wagen, wenn nicht wenigstens einer von uns eine Arbeitsstelle hätte, noch besser alle beide. Mit Kind "im Gepäck" ist man da eben vorsichtig seine Existenz zu riskieren. Wir haben hier ein (abbezahltes) Haus, das wir im ersten Schritt nur vermieten würden; verkaufen kann man später immer noch. Außerdem gehört mein Mann eher zur Kategorie "was ich hab das weiß ich, was ich kriege das weiß ich nicht" und ist da entsprechend skeptisch und ängstlich; eben weil eine ganze Familie dranhängt.

Was meint Ihr? Haben wir mit unserer Berufsausbildung und in unserem Alter eine Chance ? Oder täte ich besser daran, wenn mein Traum ein solcher bliebe ?

Ich danke Euch bereits jetzt ganz herzlich und wünsche Euch ein schönes Wochenende :D
Mammamia
 
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Re: Entscheidungshilfen ?!

Beitragvon Isa.I. » Sa, 28. Aug 2010, 8:19

Wenn ihr hier "alles" habt, also Job, Auskommen, Haus - was ist es denn, das in Norwegen gesucht wird? Was stellt ihr euch vor, sollte "besser" oder "schöner" sein? Oder fehlt nur ein Anreiz und ein "Kick", weil das Leben langweilig in geordneten Bahnen verläuft?
Ich persönlich kann Dir weder zu- noch abraten, vielleicht können das andere besser. Es würden mich aber trotzdem die Beweggründe interessieren, wenn so keine familiäre Beziehung oder sonstwas dahinter steckt.
Isa.I.
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Re: Entscheidungshilfen ?!

Beitragvon muheijo » Sa, 28. Aug 2010, 8:50

Eine Fremdsprache zu lernen ist nie ein Fehler, ob man auswandert oder nicht. Fangt doch damit an, und schaut, was sich daraus ergibt. Falls sich berufliche Møglichkeiten auftuen, wird es dann jedenfalls daran nicht scheitern.
Und wenn's mit der Auswanderung in den Berufsjahren nicht klappen sollte, dann vielleicht als Rentner?
In jedem Fall hat Gehirnjogging noch nie jemandem geschadet.

Alles andere ist Kaffeesatzleserei, "hætte, sollte, wenn und aber" und fuehrt zu nichts, ausser dass man am Lebensabend møglicherweise damit hadert, es nicht versucht zu haben.

Das Sprache lernen ist auch ein bischen ein Test mit sich selbst, wie Ernst man es eigentlih meint, oder ob evtl. andere Gruende hinter dem Auswanderungswunsch stecken.
So manch einer møchte auch gerne so einen unereichbaren Traum einfach als Traum behalten.

Gruss, muheijo
"Nicht diejenigen sind zu fürchten, die anderer Meinung sind, sondern diejenigen, die anderer Meinung sind, aber zu feige, es zu sagen."

(Napoléon I.)
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Re: Entscheidungshilfen ?!

Beitragvon motorkruizer » Sa, 28. Aug 2010, 18:30

Hei,
Ich denke,wir können mal unseren Senf zu geben!.Also,Entscheidungshilfe,,nee!Das sollte jeder selbst entscheiden!
Wir haben damals vor 3 jahren im Urlaub Hier gesagt,,,hier möchten wir leben!Ach so,meine Frau 49 Jahre,ich 51 Jahre
1 Sohn 19 Jahre.Wir probieren es.Hatten auch etwas Geld im Rücken,nach dem Urlaub habe ich dann begonnen bei finn.no,Firmen aus meiner Berufsparte raus zu schreiben.Habe meine Zeugnisse,Bewerbung übersetzen lassen und bestimmt 50 st. an sämtliche Firmen versendet!habe 3 positive Rückmeldungen bekommen.Hatte einen sicheren Job in D.aber es war alles zu eingefahren.Wir haben uns gesagt wir probieren es!!!zurück kannste immer noch...
Nun,bei uns hat sich Alles gut entwickelt!!Der Job macht Spass,Ok..meine Frau und Sohn hatten grosse Probleme nen Job zu finden!!Aber man kann auch mit 1 Einkommen klar kommen.Mittlerweile hat sich Alles so gut entwickelt..
man hat den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt...es klappt,wir arbeiten alle 3 zusammen.Ok,,,wir hatten halt etwas Glück!! Also ich denke das Alter spielt hier wirklich keine Rolle,Ich denke gerade bei deinem Mann stehen die Jobaussichten nicht schlecht..Also ich kann auch sagen das man als Deutscher hier absolut keine Probleme hat.im Gegenteil!...Sprache,einigermassen ist allerdings ein Muss!!
Hilsen Jürgen
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Re: Entscheidungshilfen ?!

Beitragvon Mammamia » Mo, 30. Aug 2010, 8:31

Zunächst vielen Dank für Eure Antworten.

Unsere Beweggründe ? In erster Linie unsere Tochter um ehrlich zu sein. Sie hatte fast 2 Jahre Therapie wg. selektivem Mutismus (wer das nicht kennt, das ist eine Verhaltensstörung sozusagen, bei der die Kinder nicht in der Lage sind mit anderen Menschen zu sprechen, und zwar wirklich KEIN Wort). Nachdem diese Therapie erfolgreich abgeschlossen war, kam sie dann mit fast 7 Jahren in die Schule. Leider konnte die Klassenlehrerin so gar nicht damit umgehen, dass sie noch immer seeehr schüchtern und zurückhaltend war. Sie dachte, meine Tochter schaltet auf stur, brüllte sie an usw. Letztlich hatte meine Tochter so eine Angst vor der Lehrerin, dass sie erneut ins Schweigen verfiel. Wir hatten ein sehr hartes 1. Schuljahr mit Bauchweh, Kopfweh, Schule schwänzen usw. Nach monatelangem Kampf gelang es mir dann, dass sie die Klasse wechseln konnte. Das 2. Schuljahr lief dann in besseren Bahnen, allerdings hatte sie im 1. Jahr so viel versäumt, dass sie nun wg. Dyskalkulie (Rechenschwäche) erneut therapiert werden muss.
Meine Befürchtung ist, dass sie später in unserer Leistungsgesellschaft durchfallen könnte. Sie hat keine "Ellenbogen-Mentalität", ist eben sehr zurückhaltend und geht in einer Klasse mit fast 30 Kindern meistens unter. Unser Schulsystem gibt es einfach nicht her, wenn manche Kinder mehr Unterstützung benötigen als andere. Wer nicht weitestgehend alleine klar kommt hat Pech. Sie kommt jetzt in die 3. Klasse, es ist also nicht mehr weit bis zu der Entscheidung über die weitere Schullaufbahn und damit auch ein Stück weit den weiteren Lebensweg; ohne geeignete Schullaufbahn komtm man hierzulande ja nicht sehr weit :-(

Ich denke mir halt, dass in ganz Skandinavien alles überschaubarer ist, "dörflicher" sozusagen, kinderfreundlicher und was weiß ich was noch alles und denke, sie könnte dort deutlich bessere Chancen haben und für uns alle damit mehr Lebensqualität. Mein Mann und ich sind auch keine Stadtmenschen, sondern mögen es was ruhiger :-)

Ich hoffe, das war so etwas verständlich was unsere Beweggründe angeht. Vielleicht bin ich da auch was blauäugig, dass ich denke in Norwegen herrscht mehr "heile Welt" als hier, ich weiß es nicht.....
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Re: Entscheidungshilfen ?!

Beitragvon KlaJac » Mo, 30. Aug 2010, 9:17

Mammamia hat geschrieben:Ich denke mir halt, dass in ganz Skandinavien alles überschaubarer ist, "dörflicher" sozusagen, kinderfreundlicher und was weiß ich was noch alles und denke, sie könnte dort deutlich bessere Chancen haben und für uns alle damit mehr Lebensqualität. Mein Mann und ich sind auch keine Stadtmenschen, sondern mögen es was ruhiger :-)

Da kann ich Dich beruhigen ... unser Junior ist gerade eingeschult worden mit 95 Kindern in einer Stufe, für die sagenhafte 14 Lehrer und Pädagogen zuständig sind.
Er ist in einer Gruppe mit 14 Kindern (das konnte ich fast nicht glauben). Die größte Gruppe hat 17 Kinder. Paradis !
Behinderte Kinder (ob geistig oder körperlich) sind genauso integriert, wie Kinder mit ADS usw. usw., es wird KEIN Unterschied gemacht.

Und das findet nicht auf dem Dorf oder Land statt, sondern in der "Großstadt" Trondheim.

Viel Glück für Euch !
Gruß
Klaus
KlaJac
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Re: Entscheidungshilfen ?!

Beitragvon mosaglas » Mo, 30. Aug 2010, 9:56

Mammamia hat geschrieben:Leider konnte die Klassenlehrerin so gar nicht damit umgehen, dass sie noch immer seeehr schüchtern und zurückhaltend war. Sie dachte, meine Tochter schaltet auf stur, brüllte sie an usw. Letztlich hatte meine Tochter so eine Angst vor der Lehrerin, dass sie erneut ins Schweigen verfiel.
Wenn ich sowas lese dann könnte ich echt das Kotzen kriegen. :evil: Da geht mir das Messer im Sack auf. Eigentlich sind Lehrer doch auch PÄDAGOGEN, oder? Aber da ist ja von Pädagogik so rein gar nichts mehr übrig geblieben. Oh Mann, es ist echt schlimm wie Lehrer einem Kind die Zukunft verbauen können.
Toll, dass ihr gekämpft habt, dass eure Tochter die Klasse wechseln konnte! Als ich in der Grundschule war, haben mich meine Eltern da auch raus genommen und in einer anderen eingeschult, eben wegen der Lehrerin und es war die beste Entscheidung, die sie je hätten treffen können!

Ich kann leider keine Tipps geben was euer Vorhaben angeht, aber ich wünsche euch viel Glück und Erfolg bei eurem Weg!

gruß
mosaglas

P.S. sorry für OT, aber das musste einfach raus...
mosaglas
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Re: Entscheidungshilfen ?!

Beitragvon ThorstenF.H. » Mo, 30. Aug 2010, 11:33

hei,

also der lehrer von deiner tochter is ne pfeiffe. kannst ihn gerne ausrichten.

du musst dir die frage stellen, wenn du mit deiner tochter hier hoch kommst, wie kommt sie damit klar. du sagst selbst das sie sehr zurüchhalten ist. die förderung in norwegischen schulen ist wirklich besser. ich hatte auch so einen a..... von lehrer in der schule der mich nicht leide könnte. er hat mir die lust an der schule versaut. ich weiss was deine tochter durch macht oder gemacht hat.
das mit den dörfer lass mal sein. es werde viele schulen zentralisiert und zusammengelegt. das heisst das deine tochter kann vielleicht 3 jahre in die schule xy gehn und sich an diesen ort gewöhnt. dann aber nach 3 jahren muss sie in eine andere schule gehen. da muss sie mit dem bus fahren oder gleich ganz in ein internat ziehen. is ja auch nicht das beste. also großstadt ab 20 000 einwohner.

im bezug auf die job situation für deinen mann denk ich das es gut ist auch ohne richtig norwegsich (englisch muss!!!!) bei dir aber schwer.
einfach bewerben und mal gucken was geht. UND LERNT DIE SPRACHE!!!!

viel glück euch..
di di di di di di di di di di di di di di di di di di di di di diiiiiiiiii
(Morgenstemning av Edvard Grieg)
ThorstenF.H.
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