Sonntag, 10. Juni 2012
Høyseth CampingHeute ging es weiter Richtung Gletscher. Mit der vorerst wohl letzten Fähre - besser so, denn die schlagen ganz schön ins Budget - ging es über den Sognefjord. Dann ging es kilometerlang hinter einem deutschen Wohnmobil mit wohl besoffenem Fahrer, der mit 50km/h voran kroch und teilweise so weit links auf der Gegenspur fuhr, dass er den Gegenverkehr von der Fahrbahn drängte, her. Ein Überholen war unmöglich und wir waren froh, als er endlich auf einen Parkplatz fuhr. Schlussendlich haben wir den
Høyseth Campingplatz erreicht. Hier wurde gerade gestern geöffnet und wir sind eine der ersten Gäste. Am Platz stürzt ein Wasserfall hinab und man hat eine wunderbare Aussicht auf die Berge und Gletscher. Vor dem Gelände führt eine Mautstraße in die Berge. Hier sind wir ein Stück am Wasserfall entlang hochgewandert und niemand ist uns begegnet, außer drei Schafen. Mit dem Auto kann man die Straße zu einem Parkplatz fahren von wo aus man Wanderungen zum Gletscher oder auf die Berge starten kann. Ein nettes Fleckchen Erde hier.



Montag, 11. Juni 2012
Bøyabreen und Geiranger
Nach dem Aufstehen und kleinen Problemen beim duschen, ging es heute erstmal zum Bøyabreen. Dort haben wir auf dem Rastplatz erstmal gefrühstückt und konnten einen Reisebus nach dem anderen die Straße zum Gletscher fahren sehen. Dementsprechend voll war es, als wir und kurze Zeit später zum Gletscher zu Fuß auf machten. Auf unserem Hinweg kamen uns aber schon alle Japaner und Italiener wieder entgegen. Fama war begeehrtes Fotoobjekt für die Touristen, besonders wenn sie im kalten Gletschersee schwomm. Wir überlegten schon von jedem der sie knipste 50 NOK zu verlangen.

Nach dem Gletscher ging es in die Werkstatt, denn ein Reifen verliert Luft und zudem haben wir einen kleinen Steinschlag an der Windschutzscheibe erlitten. Der Arbeiter in der Werkstattt war sehr nett, sprach ein paar Brocken deutsch und konnte aber leider kein Loch finden im Reifen. Daher müssen wir so weiter fahren und den Luftdruck im Auge behalten. Wegen der Scheibe müssen wir zu nem Autoglasspezi in einer größeren Stadt.
Jetzt sind wir nach einer Fahrt durch mehrere lange dunkle Tunnel und starkem Nebel in Geiranger angekommen. Hier sind wir auf dem Dalen Gaard Campingplatz, wo es gratis Internet gibt. Es sind 9 Grad und die Berge um uns sind in Nebel eingehüllt.



Dienstag, 12. Juni 2012
Geiranger
Ein weiterer Tag im wolkenverhangenen Geiranger. Heute sind wir in den Ort gefahren, waren in den Geschäften, haben gegessen und sind ein wenig ums Fjord gelaufen. Morgen gehts weiter. Wohin genau wissen wir noch nicht, denn das Wetter ist vielerorts nicht so gut.


Mittwoch, 13. Juni 2012
Lom
Von Geiranger sind wir heute durch verregnete Nationalparklandschaften bis nach Lom gefahren. Hier haben wir uns eine kleine urige Hütte auf einem Bauernhof gemietet. Morgen wollen wir zur Spiterstulen Turisthytte fahren und versuchen den Galdhøppigen, Norwegens höchster Berg, zu erklimmen. Mal sehen, ob das Wetter es zulässt.

Donnerstag, 14. Juni 2012
Galdhøppigen
Heute haben wir den Versuch gestartet Norwegens höchsten Berg, den Galdhøppigen, zu erklimmen. Mit Rucksack, Verpflegung, Schneehose, Handschuhen usw. ausgerüstet fuhren wir zur Spiterstulen Berghütte, von wo aus die Wanderung startet. Der Weg dorthin führt über einen ca. 17km langen mautpflichtigen Privatweg (50 NOK). Unterwegs stehen gern mal Kühe auf der Fahrbahn und versperren den Weg. Die Gebühr zahlt man am Ziel, der Spiterstulen Hütte. Hier gibt es mehrere Häuser/Hütten sowie eine Campingwiese als Übernachtungsmöglichkeiten. Aber wir haben ja bereits unsere Hütte bei
Strind Gård in Lom, ca. 40 Minuten entfernt mit dem Auto.
Am Spiterstulen angekommen, haben wir uns erstmal dick eingepackt und sind dann losmarschiert. Laut Wanderführer und Schildern sollte der Weg nach überqueren der Fußgängerbrücke nach rechts gehen. Wir haben uns dann gleich erstmal eine Stunde verlaufen. Halb so schlimm, sonst hätten wir die Rentierherde nicht gesehen.
Als wir dann endlich auf dem richtigen Weg waren, wurde uns schnell bewusst, dass diese Wanderung kein Spaziergang werden würde. Im Wanderführer war das alles so einfach beschrieben und die Schwierigkeit mit Mittelschwer angegeben. Um es kurz zu machen: Es war die heftigste Bergtour, die wir bisher hatten und wir (besser gesagt Steffi

) hat vor der letzten Etappe aufgegeben. Es ging hauptsächlich sehr steil bergauf über ein Firnfeld nach dem anderen, immer wieder unterbrochen von Geröllabschnitten. Insgesamt sind 1370 Höhenmeter zu bewältigen. Der Galdhøppigen ist 2469m hoch. Auf dem Weg kam uns dann eine Schulklasse 10-12jähriger entgegen, die gerade wieder auf dem Abstieg waren, fröhlich singend. Tja, die Norweger sind härter.

Bevor wir umgekehrt sind, konnten wir die Spitze aus einer Wolkenlücke rausblitzen sehen. Das Ziel so nah und doch so fern, machten wir uns auf den deutlich schnelleren (mit einem Schlitten wärs noch schneller die Firnfelder hinab gegangen) und einfacheren Rückweg. Insgesamt waren wir, mit 1 Stunde verlaufen, 7 Stunden unterwegs. Laut Wanderführer dauert die Wanderung 6 Stunden gesamt. Wir hätten bestimmt noch 1-2 Stunden gebraucht zum Gipfel. Aber der den geschrieben hat scheint von Proficrackbergsteigerzeiten auszugehen.
Nun legen wir uns schlafen und freuen uns auf den morgigen Muskelkater.




Freitag, 15. Juni 2012
Maurvangen Camping
Von Lom ging es heute auf der RV51 weiter südlich. Dafür, dass hier so gut wie keine Campingplätze sein sollten sind wir an vielen teilweise sehr schönen Plätzen vorbei gekommen. Wir brauchten aber einen mit Waschmaschine und sind jetzt auf dem Maurvangen Campingplatz eingecheckt. Das Wetter war heute tagsüber sehr schön. Wir haben das Vorzelt heute das erste Mal aufgebaut und kaum waren wir fertig, kamen die ersten Regentropfen. Jetzt um 23:15 Uhr fängt es an zu schütten. Die Aussichten für die kommenden Tage sind leider nicht erfreulich.



Samstag, 16. Juni 2012
Regentag
Heute hat es den ganzen Tag geregnet und sogar etwas geschneit. Unsere Wäsche trocknet sehr langsam im Vorzelt. Unser Heizlüfter sorgt bei draußen 4 Grad für hyggelige Wärme im Multivan. Außer lesen und auf dem iPad spielen ist heute nicht viel gelaufen. Morgen soll sich zumindest die Sonne mal blicken lassen, aber es auch regnen.
