Spitzenbergen

Schweden, Finnland, Svalbard, ...

Spitzenbergen

Beitragvon dodge » Do, 13. Okt 2005, 19:57

Hallo,
ich hätte mal so ein paar Fragen zu einer Reise nach Longyearbyen.
Kann man de Forschungsstation in Ny Alesund besuchen? Wie macht man das am besten?
Ist der Himmel dort Ende Juli Anfang August recht blau oder gibt es dann Wolken?
Ist das Radisson SAS Polar Hotel zu empfehlen oder gibt es noch günstigere Unterkünft mit W-Lan Zugang?
dodge
 
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SV: Spitzenbergen

Beitragvon Kai-Erik » Mo, 17. Okt 2005, 1:02

Hei,

sprichst du norsk?

Dann wuerde ich dich an einen Wissenschaftler weiterleiten, der
dort oben arbeitet.

hilsen

Kai-Erik
Det er meget nedslående å leve i en tid da det er lettere
å sprenge et atom enn en fordom.
Albert Einstein


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Kai-Erik
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Re: Spitzenbergen

Beitragvon dodge » Mo, 17. Okt 2005, 7:14

nö, nur englisch :roll:
dodge
 
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Re: Spitzenbergen

Beitragvon Excalibur » Do, 29. Dez 2005, 14:43

Hei,
ist die Frage noch aktuell ?
Die Insel ist ein TRAUM !
Und ich kann Dir einige Adressen geben, wie Du nach NyÅlesund kommst, da gibt's ne private Fluglinie.
Mail mich mal an, wenn noch Interesse.
Lieben Gruß
Excalibur

http://www.norwegen-freunde.com/katja/N ... tour1a.htm
Excalibur
the sword of light

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Wenn du dich nun fragst,
warum diese ganze Welt existiert
und welcher Sinn ihr innewohnt,
dann erkenne,
daß sie nur für Dich existiert ,
damit du ihr Deinen persönlichen Sinn geben kannst !
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Re: Spitzenbergen

Beitragvon dodge » Mo, 02. Jan 2006, 2:54

ja interesse besteht noch, dann her mit deinen tipps. wenn du die per mail schicken willst: info@astronomedia.de
dodge
 
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Detail-Info Svalbard

Beitragvon Excalibur » Do, 05. Jan 2006, 19:47

Hei,

hier ein paar detaillierte Informationen über Svalbard,
ein Info-Artikel, den ich mal für den "Trotter" geschrieben
habe.

Adressen habe ich hinten dran gehängt !!

Lieben Gruß

Excalibur



***************************
Arktisches Trekking
***************************
...am Beispiel Svalbard / Spitzbergen



Unendliche Weite, tiefe Eindrücke einer gigantischen Landschaft, die sich magisch in die Seele einbrennen. Das ist die Arktis.
Der Reisende findet hier bei weitem nicht nur trostlose vom Blizzard durchtoste Schnee-Flächen, sondern - zumindest im kurzen
arktischen Sommer - auch unbeschreibliche Farbenpracht, Blumen in allen Variationen, die neben grünem Moos plötzlich inmitten von
Steingeröll und sogar auf kargem Dauerfrostboden erblühen. Wind & Sonne, endlose Moränenfelder & treuherzige Rentiere, dazu eine
Kulisse von spitzen schneebedeckten Bergen und dem Schäumen des eisigen Meeres, das eine ständige Atmosphäre von Frische
herbeizaubert. All das ist ebenfalls Arktis!

Man hat sofort einen Eindruck der Größe der Schöpfung und der Kraft des Lebens, welche sogar in der trostlosesten und kältesten
Gegend der Erde einen prachtvollen Traum entstehen lassen kann.

Manch ein Globetrotter träumte schon davon, diese unbeschreiblichen polaren Eindrücke auf eigene Faust zu erleben, doch schon bei
den ersten Erkundigungen, mag einem das Herz in die Hosentasche fallen und jede Reiselust vergehen, hört man doch von riesigen
militärischen Sperrgebieten in Nordwest-Grønland (wozu auch immer ... auch noch auf dem Gebiet der früheren Eskimo-Siedlung
„Thule“, jener namensgewaltigen Ortschaft, die extra wegen dieser US-Militärbasis umgesiedelt wurde), von lebensgefährlichen
Begegnungen mit Eisbären auf Spitzbergen, von extremsten Wetter-Umstürzen im nördlichen Alaska, ganz zu schweigen von der
Tatsache, dass bei einem Unfall in einem dieser vielleicht letzten wirklichen Wildnis-Gebiete der Erde nur mit Satelliten-Telefon oder
-Notsender eine Hilfe herbeigerufen werden kann - und dies oft nur mit langer Verzögerung.

Meine Lebensgefährtin und ich haben 2001 beschlossen, trotz aller Widernisse auf eigene Faust die arktische Insel Svalbard (ca.
1000km nördlich der Nordnorwegischen Küste) zu besuchen, und hatten hierbei sogar unsere einjährige Tochter in der Trage dabei.
Unser detailierter Reisebericht steht im Trotter 100. Wenn man wirklich will, geht es also durchaus.

Ich möchte mit diesem Artikel keine neue Reisestory schreiben, sondern einen kurzen Überblick über die nötigen Vorbereitungen, und
jeden Individualreisenden dazu ermuntern, sich NICHT durch Angstmachereien von super-teueren Reiseveranstaltern abschrecken zu
lassen, um dann ggfs. eine Luxus-Kreuzfahrt bis an die Packeisgrenze zu unternehmen, sondern sich gründlich vorzubereiten, um dann
die klare Kühle des hohen Nordens selbständig entdecken und erleben zu können.
Jeder Trekker auf eigene Faust muss dabei beachten, dass viele Touren auf Spitzbergen einer besonderen Vorab-Genehmigung durch
den norwegischen Gouverneur bedürfen. Bitte viele Monate zuvor anfragen !!

Da ich selbst nur die polaren Erfahrungen aus Spitzbergen habe, werde ich die folgenden Tips also auf ein Wildnis-Trekking in
Spitzbergen während des arktischen Sommers beziehen.

Vier Voraussetzungen sollte der Individual-Wanderer in arktischen Gefilden mitbringen:

a) sehr gute sportliche Kondition und unbezähmbaren Willen
b) ausreichende Kenntnis der Ausrüstung, von GPS bis ggfs. Satelliten-Telefon
c) geübten Umgang mit einer großkalibrigen Waffe
d) ausreichend Info-Material, Kontaktadressen, Detail-Karten, sonstige Tips


a)
Viele Globis haben in Lappland oder Canada bereits Erfahrungen mit nördlichem Trekking gesammelt, doch die Anforderungen im
unwegsamen arktischen Gelände sind unvergleichlich höher. Langgezogene Schotter-Hänge und sumpfige Flächen erschweren das
Vorwärtskommen an manchen Stellen derart, dass sogar langsamstes Laufen große Kraft erfordert.
Wer sich bereits durch Lappland auf morastigen Pfaden gewagt hat, findet immerhin noch gelegentlich eine Markierung vor.
Auf Spitzbergen jedoch beginnt wirklich unmittelbar hinter dem letzten Haus der kleinen Siedlungen die arktische, pfadlose Wildnis.
Flüsse müssen durchwatet (wasserdichtes, hohes Schuhwerk ist definitiv vonnöten) und oft genug ziemliche Umwege (wegen zu tiefer
Moraststellen bzw. Schneefeldern) in Kauf genommen werden. Dies alles kostet viel körperliche Kraft, aber auch ziemliche
Willens-Zähigkeit, denn wer plötzlich in einem rasch hereingebrochenen Nebel auf einer Geröllhalde steht, um sich herum nichts -
wirklich nichts mehr - sieht und nur noch per GPS den Vorwärts- oder Rückweg erahnen kann, der mag sich sehnsüchtig an
ausgetretene Pfade anderer Gegenden erinnern, wo die Zivilisation zumindest noch in „greifbarer“ Nähe ist.
Um sich nicht selbst zu überschätzen, sollte der arktische Wanderer also zunächst kleinere Tages-Touren im Gelände vorort
unternehmen, um seine eigene Belastungs-Fähigkeit zu erkunden. Stets sollte irgendjemand informiert werden, wohin man aufbricht
und wann in etwa man zurück zu sein gedenkt.
In der Phase der Vorbereitung zuhause, sollte man einige Touren mit vollem Rucksack-Gewicht während der Schneeschmelze auf
Geröll unternehmen, um seine Kondition zu testen. Gut geeignet ist hierzu z.B. die Lawinen-Schneise am Südhang des Guffert
(Münchner Hausberg in Tirol, Aachensee-Gebiet, Nähe Rofan), wenn man von der Ortschaft Steinberg aus über das Geröll
kerzengerade nach oben steigt.

b)
Eigentlich sollte es eine Selbstverständlichkeit für jeden eigenverantwortlichen Wanderer/Trekker sein, dass er mit Kompaß, Landkarte
und GPS gut umgehen kann. So brauche ich hierzu nichts weiteres zu schreiben, außer dass ich die Tatsache betonen möchte, dass eine
gute Orientierung ggfs. in der Arktis lebensrettend sein kann und dass man für das GPS unbedingt Ersatzbatterien mitnehmen sollte.
Auch auf die übrige Ausrüstung von Zelt bis Anoraks möchte ich nicht weiter eingehen. Jeder Polarreisende muss jedoch viel mehr
Wert auf Sturmsicherheit des Zeltes legen, als auf Wassserdichtheit, da speziell Svalbard sehr wenig Niederschläge hat, jedoch mit
heftigen Winden gesegnet ist. Bei den Schuhen ist es etwas anderes: es müssen Flüsse und sumpfige Gegend durchwatet werden,
daher sind gute Wander-Gummistiefel mit hochziehbaren Verlängerungen (ähnlich Fischer-Stiefeln) zu empfehlen. Ggfs. kann man
sogar selbst etwas konstruieren...
Wir hatten auf die Mitnahme eines Satelliten-Telefons bzw. eines Satelliten-Notsenders verzichtet, da die andere Ausrüstung gut
durchdacht war. Wenn jedoch auf Nummer sicher gehen möchte, der läßt sich von „Applied Satellite Technology“, England, Fax:
+44-208-781-1846 ein Angebot für ein Iridium Satelliten-Handy schicken. Kosten für das Gerät etwa 500 Euro, dazu ca. 20 Euro
monatliche Anschlußgebühr. Dafür hat man ein für allemal ein kleines Stückchen mehr Sicherheit bei Trekkings in aller Welt. Das Gerät
funktioniert praktisch überall, auch in polaren Regionen.
Ein Satelliten-Notsender kann nur im Notfall eine Positions-Bestimmung senden. Das Ding kostet etwa 1200,- Euro, darf nie
mißbraucht werden !
Unbedingt zu empfehlen ist auch die Mitnahme einer guten Signalpistole, um in einer Notsituation ein Leucht-Signal abgeben zu
können. Damit meine ich nicht jenes „Spielzeug“, das in Deutschland zu Silvester Leuchtkugeln in den Himmel ballert, die gerade mal
15-20 Meter steigen. Ich meine die Signalpistolen, Kaliber 4, die in Deutschland leider erlaubnispflichtig sind, in Norwegen jedoch frei
verkäuflich. In einer der Sportgeschäfte (am besten demjenigen am Hafen) in Longyearbyen kann so ein Signalgeber für ca. 600-1000
Kronen besorgt werden. Munition kostet ca. 150 Kronen pro Geschoß - doch es ist wirklich nur für den Notfall gedacht. Die roten
Leuchtkugeln steigen ca. 300m und sind wirklich sehr weit zu sehen !
ACHTUNG: Diese Signalpistole darf NICHT wieder nach Deutschland mitgenommen werden. Das wäre ein Verstoß gegen das
geltende Waffenrecht !
An Ausrüstung sollte noch eine Stolperdraht-Alarmanlage mitgenommen werden, die am Abend um die Zelte herum aufgebaut werden
muss, um unliebsame Eisbären-Annäherung rechtzeitig zu bemerken. Berührt Meister Petz den Draht, gibt es einen starken Knall, der
oft schon ausreicht, um den Herrn der Arktis zu vertreiben. Diese Alarm-Anlagen gibt es z.B. bei Frankonia Jagd.

c)
Bei Thema Eisbär sind wir schon bei einem sehr wichtigen Punkt: Waffen !
Auf Spitzbergen ist es definitiv Pflicht, eine großkalibrige Waffe mit sich zu führen, wenn der unmittelbare Bereich einer Siedlung
verlassen wird. Wer das nicht beachtet, spielt mit seinem Leben !
Es geht dabei überhaupt nicht darum, einen Eisbären zu erschießen, sobald er sich nähert, denn diese wunderbaren Tiere stehen unter
Naturschutz, und jeder Abschuß wird definitiv polizeilich untersucht, ob es denn wirklich Notwehr war. Nein, es geht vielmehr darum,
einen allzu neugierigen Bären zunächst durch Warnschüsse in die Luft, dann vor seine Füße, zu vertreiben, was in den meisten Fällen
auch klappt. Nur wenn der Bär wirklich angreift, was leider nicht allzu selten vorkommt, dann muss ein tötlicher Schuß getan werden.
Hier beginnt jedoch das Problem: Ein angreifender Eisbär entwickelt eine Geschwindigkeit von ca. 60 km/h. Wer schon aktiv
geschossen hat, kann sich vorstellen, wie schwierig es ist, in einer Steß-Situation (was ein Eisbär-Angriff selbst für den
hartgesottensten Trekker wohl ist) ein sich so schnell bewegendes Ziel sicher zu treffen. Man hat dann auch kaum mehr Zeit für
mehrere Nachschüsse. Der erste, spätestens der 2. Schuß muss das Tier stoppen, sonst ist das eigene Leben wirklich in Gefahr.
Da dieses Thema fast immer unterschätzt wird, möchte ich hier näher darauf eingehen, denn leider ist in Deutschland der legale Umgang
mit Waffen seit den üblen Geschehnissen in Erfurt doch recht in Verruf geraten. Somit muss der Globi sich hier mit einem Tabu-Thema
auseinandersetzen, ob er will oder nicht.
Zunächst einmal ist unbedingt davon abzuraten, den Fehler vieler Wanderer zu wiederholen, die sich zu gut waren, vorher mit der
eigenen Waffe zu trainieren, sondern sich auf Svalbard in einem Sportgeschäft ein Gewehr leihen (was dort möglich ist) und völlig
ungeübt mit dem „fremden“ Schießprügel auf Wanderschaft gehen. Man mag sich als toller Trapper vorkommen, doch in diesem Fall
ist so ein Verhalten sträflicher Leichtsinn, und die Waffe eher hinderlich als von Nutzen, weil sie nicht rasch und sicher gehandhabt
werden kann.
Man sollte sich mindestens 2 Jahre vor der geplanten Tour einem Großkaliber-Schützenverein anschließen und dort regelmäßig
trainieren. Nach ca. 1 Jahr Mitgliedschaft (lt. neuem dt. Waffenrecht) kann der Verein eine sogenannte Bedürfnis-Bescheinigung für
eine großkalibrige Waffe ausstellen, die dann dem Ordnungsamt zur Erteilung einer waffenrechtlichen Erlaubnis, der
Waffenbesitzkarte, vorgelegt werden muss. Man muss noch ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, ggfs. nach neuem
Waffenrecht ein psychologisches Gutachten, daß man kein potentieller Attentäter ist, und - wenn alles gut geht - kann man daraufhin ein
gutes Gewehr kaufen, mit dem man dann ein weiteres Jahr lang bis zum Antritt der Reise trainieren kann. Die Ordnungsämter erkennen
gelegentlich auch vor Ablauf des einen Jahres eine geplante Reise nach Spitzbergen als (zumindest zeitweises) Bedürfnis für eine Waffe
an. Bitte aber in jedem Fall zuvor beim Ordnungsamt nachfragen.
Wer bereits in Norwegen lebt, muss sich mit der deutschen Waffen-Bürokratie nicht beschäftigen. Falls ein Globi also von Norwegen
aus starten möchte, mag er mich persönlich kontaktieren (siehe unten angegebene eMail), wie die Anschaffung einer
Selbstverteidigungs-Waffe in Norwegen handzuhaben ist.
Als minimales Kaliber wird für die Verteidigung gegen einen Eisbär-Angriff die Größe .308 Win. empfohlen. Wer sich mit Kalibern
etwas auskennt, weiß, dass dies im jagdlichen Bereich zwar passend für Rehe und Hirsche sein könnte, beim größten Land-Raubtier
der Welt jedoch wirklich als absolutes Minimum zu betrachten ist.
Viel besser wäre ein .338 Kaliber oder .375 H&H Mag. oder gleich ein echtes Großwild-Kaliber, z.B. .416 Rem.Mag bzw. (für den,
der so ein Gewehr bezahlen kann) .416 Rigby. Allerdings muss auch der Rückstoß bei solchen Waffen beachtet werden, daher sollten
im Schützenverein zuvor mehrere Möglichkeiten besprochen und ausprobiert werden.
Sehr gut geeignet sind auch die (in Deutschland jetzt so in Verruf gekommenen) Pumpflinten. Eine „Mossberg-Mariner-590“ im Kaliber
12/76 hat z.B. ein 9-Schuß-Röhrenmagazin. Gefüllt mit guten Flintenlauf-Geschossen, den sogenannten Slags, am besten diejenigen
von „Federal“, die als härteste und durchschlagendste gelten, ist genügend Reserve vorhanden, um nach einigen Warnschüssen im
Notfall auch noch einige „scharfe“ Schüsse zur Verfügung zu haben. Eine Flinte trifft in Nahbereich (also in einer unmittelbaren
Notwehr-Situation) ebenso sicher, wie eine Büchse, deren höhere Reichweite in diesem Fall völlig überflüssig ist. Falls also mit dem
Schützenverein das Bedürfnis einer Pumpflinte abgeklärt werden kann, ist dies meiner Meinung nach die sicherste Lösung.
Die Einfuhr der eigenen Waffe nach Norwegen ist relativ problemlos. Sie muss natürlich definitiv beim Zoll deklariert werden (bei der
Fahrt mit dem Auto durch Dänemark und Schweden dort natürlich aus ... bitte vorher unbedingt wegen Einzelheiten beim Zoll
nachfragen), wobei als „Grund“ zu Mitnahme die Spitzbergen-Reise ausreicht. Ab Tromsø (Flughafen in Nordnorwegen nach
Svalbard) wird die Waffe dann ganz normal als Fluggepäck aufgegeben, bzw. auch schon bei einem durchgehenden Flug ab
Deutschland, und in Svalbard beim Schalter für „Sondergepäck“ wieder abgeholt. Bitte unbedingt abklären, wieweit das Gepäck beim
Flug zum Zielort durchgeht, damit nicht das Gewehr irgendwo in Oslo landet, während der Trekker auf Svalbard verzweifelt nach
seiner mühsam erworbenen Waffe sucht.
Letztlich ist’s mit der mitgeführten Waffe wie beim Kampfsport, wo stets die Regel gilt: „Man lernt zu kämpfen, um NICHT kämpfen
zu müssen...“ Eine Schußwaffe darf also nur als letztes Mittel der Selbstverteidigung gegen den Eisbär angesehen werden. Sie soll
primär zum sicheren Ansetzen von Warnschüssen dienen. Wer nach Svalbard will, um sich dort als „Westernheld“ präsentieren zu
wollen, ist auf dieser Insel sicherlich fehl am Platze !

d)
Der arktische Trekker sollte versucht sein, möglichst viele und ausführliche Kontakte, Notfall-Adressen und Detailinformationen mit
sich zu führen.
Im unten stehenden Adress-Teil sind einige Adressen erwähnt, sehr ausführliche Adressen stehen in dem - hierzu sehr empfohlenen -
Spitzbergen-Handbuch von A. Umbreit, der auch hervorragendes Kartenmaterial über die Arktis liefern kann.
Lebensmittel sollten wirklich in ausreichender Menge mitgenommen werden. In Longyearbyen gibt es jedoch einen Supermarkt (nicht
mal allzu teuer...), in dem alles Nötige gefunden werden kann.
Die Selbstversorgung mit Lebensmitteln unterwegs ist problematisch. Eßbare Pflanzen gibt es praktisch nicht. Im Notfall ist sicher auch
das spärliche Gras und Moos für den Menschen verwertbar, doch darauf sollte man lieber nicht spekulieren. Wie im Survival gelehrt
wird, wären sogar die oft massenweise herumliegenden und aufgrund der niedrigen Temperaturen nur schwer verrottenden Exkremente
von Rentieren zum Überleben geeignet (wenn sie in bestimmter Weise „zubereitet“ werden würden). Aber auf solche Extremsituationen
möchte ich lieber nicht eingehen. Die Küste ist zum Fangen von Fischen nur schwer zugänglich. Auch ist das Angeln an vorstehenden
Meeresfelsen nicht gerade ungefährlich, denn bei einem Sturz ins eiskalte Wasser werden innerhalb kürzester Zeit alle Glieder
bewegungsunfähig, nach einigen Minuten im Eiswasser tritt meist der Tod ein.
Wer sowieso ein Gewehr dabei hat, könnte ggfs. noch die Jagd ins Auge fassen. Die Jagd auf See-Vögel ist streng reglementiert und
nur mit norwegischem Jagdschein möglich. Gut, in einer wirklichen Notsituation fragt kein Mensch nach dem Jagdschein, doch sollte
man dies wirklich nicht von vorne herein zur „Fleischversorgung“ einkalkulieren. Man kann sicherheitshalber 2-3 Schrot-Patronen
mitnehmen, wenn man eine Pumpflinte dabei hat, sollte sich aber unbedingt zuvor nach den Regeln der Jagd (auch im Notfall) beim
Gouverneurs-Büro erkundigen.
Die Jagd auf kleine Robben - hier die kleinere, ringförmig gezeichnete Gattung mit dem norweg. Namen „ringsel“ - ist als Möglichkeit
der Nahrungs-Beschaffung unterwegs ins Auge zu fassen. Voraussetzung hierfür ist der norwegische Jagdschein und eine spezielle
Schießprüfung für Großwildjagd, die in Norwegen nicht gerade einfach zu bestehen ist. Näheres kann ich auf Anfrage noch mitteilen.

Allerdings finden sich die Robben hauptsächlich am Rande von Eisschollen bzw. an vereisten Küstenabschnitten, was der Trekker
eigentlich meiden sollte, nicht nur wegen der erhöhten Eisbären-Gefahr (die Robben sind Leibspeise des Eisbären), sondern auch, weil
das Wandern in den eisfreien Gegenden wegen der faszinierenden arktischen Vegetation einfach schöner ist.
So wird dem Wanderer also nichts anderes übrig bleiben, als alle benötigten Lebensmittel selbst zu tragen und (wichtig !!!) allen Müll
auch wieder mitzunehmen, wenn er nicht unterwegs rückstandslos verbrannt werden kann.
Wasser kann aus fast allen Flüssen und Bächen problemlos getrunken werden, wenn man sich nicht am „erdigen“ Geschmack des
Gletscher-Schmirgels stört. Nur im Bjørndal südlich von Longyearbyen und in deren Umgebung (bei den verlassenen russischen
Siedlungen an der Küste) darf kein Wasser ungekocht getrunken werden, da es mit eigenartigen Parasiten verseucht sein soll.

Auf der Insel angekommen, kann der Trekker zunächst mal auf einem Camping-Platz (gleich Nähe Flughafen) 1-2 Tage bleiben und in
Longyearbyen in den Sportgeschäften und kleinen Reisebüros nach Unterlagen suchen, sowie Tips für private Touren einholen.
Achtung, das Gewehr darf nicht ungeschützt am Campingplatz bleiben. In der Siedlung darf es nur ungeladen getragen werden, in
einen Shop oder ein Restaurant darf er überhaupt nicht mit hineingenommen werden. Beim Shoppen zu zweit muss also jeweils einer
mit dem Gewehr draußen bleiben.
Jeder Globi wird sowieso über die Fülle der Siedlung Longyearbyen erstaunt sein. Von all den Shops und Agenturen einmal
abgesehen, ist auch von Hallenschwimmbad bis Künstlergalerie, von Luxus-Hotel bis Bank und Post alles vorhanden. Eine richtige
norwegische Kleinst-Stadt, hineingepreßt in die unwirtliche Arktis..., in jene „Schaufel voller Schutt“, die bei der Erschaffung unseres
Planeten offensichtlich übrig geblieben war, um zur Grundlage des Archipels zu werden.



Hier eine ungefähre Liste der wichtigen Ausrüstungs-Gegenstände, jeweils mit Bemerkungen dazu:

Allgemeines:

- zur Vorbereitung das SPITZBERGEN-HANDBUCH von Andreas Umbreit
(sehr ausführlich, sehr gute Tips, auch für die arktische Winterzeit .... nahezu unverzichtbar !,
erhältlich unter Fax: 03622 - 901634 )
- Filmkamera mit ausreichend Akku bzw. Solarlademöglichkeit bzw. Foto
die Motive sind unbeschreiblich !
- D-Netz-Telefon (nur für Longyearbyen) und Iridium-Telefon, wie oben besprochen
- leicht brennbares Toilettenpapier
(jeder Müll muss entweder vorort verbrannt oder mitgenommen werden)
- Erste-Hilfe-Beutel
- gute Iso-Matten
- verschließbarer Beutel für Müll-Mitnahme
- Plastik für Gummischuhverlängerung
(empfohlen werden kniehohe stabile Gummi-Wanderschuhe (gibt’s in Jagdgeschäften), die
manchmal durch Ankleben von Plastik(tüten) für eine Fluß-Durchwatung verlängert werden
müssen
- dazu: braunes Paket-Klebeband
- großkalibriges Gewehr & ausreichend (!) Munition, siehe oben...
- kleines Waffen-Reinigungs-Set
- Schreckschuß-Alarmanlage mit Stolper-Drähten, um das Zelt nachts zu sichern
(gibt’s beim Jagdbedarf oder in „militaria“-Läden)
- Signal-Pistole, Kaliber 4 (26,5mm), leider in Deutschland genehmigungspflichtig, nur für
Jacht-Besitzer erhältlich, in Spitzbergen frei verkäuflich
- Kompaß & GPS
- Sturm-Feuerzeug
- ev. kleines Solar-Modul zur Not-Versorgung des Sat.Telefons


Fürs Campen

- Spiritus-Kocher / Spiritus
(Holz gibt’s nur als Treibholz an der Küste, Gas hat zu wenig Heizwert, Benzin-Kocher ist
als Alternative zu empfehlen, wenn gut entflammbar)
- sturmsicheres Zelt
- Micropur
(fast alle Wasserläufe sind zwar problemlos zu trinken, doch gibt es auf Svalbard Täler in der
Nähe von Longyearbyen, deren fließendes Wasser durch seltsame Parasiten verseucht ist,
die von Mäusen eingeschleppt wurden)
- gutes Messer
- Mini-Säge (Falls doch einmal Treibholz zum Feuermachen verwendet werden soll...)

Spezielle Kleidung

- Goretex-Mantel bzw. Trekking-Anorak
(Regenschutz eigentlich nicht erforderlich, da ziemlich trockenes Gebiet....)
- sehr warme Pullis
- Woll-Mütze
- Winter-Anorak
- Badehose
(nicht lachen ... es kann an manchen Tagen bei Sonne sehr warm werden !)
- mehrere Paar dicke Wollstrümpfe
(falls doch einmal die Fluß-Durchwatung schiefgeht...)



Wichtige Adressen:

Zum Kauf einer Stolperdraht-Alarmanlage, genehmigungsfreien Signalgeräten, Gewehren bzw. einer Pumpflinte:
Frankonia Jagd
Schießhausstr. 10
97228 Rottendorf
Tel. 09302-200 (Zentrale)


Für die Beschaffung des „Spitzbergen-Handbuchs“ bzw. zur Buchung kleiner, geführter Individual-Touren und zur Beschaffung
spezieller Detailkarten:
Spitsbergen Tours * terrapolaris
c/o Andreas Umbreit
Am Boxberg 140
99880 Leina
Tel. 03622-901633,
Fax. 03622-901634,
e-mail: info@terrapolaris.com


Büro des norwegischen Gouverneurs auf Svalbard, zur Erkundigung über Einzelheiten und für spezielle Tourengenehmigungen:

Sysselmann-Kontor
N - 9171 Longyearbyen, Norge
Fax +47-79021166

Zur Beschaffung eines Iridium-Satelliten-Telefons:
Applied Satellite Technology
Airport House
Purley Way
CROYDON
Surrey, CRO OXZ, United Kingdom
Fax: +44-208-781-1846


Zur Beschaffung einer (in Norwegen freien) Leuchtsignal-Pistole, Kal. 4, auf Spitzbergen, ebenso eine Super-Adresse für arktische
Ourdoor-Kleidung (gar nicht mal so teuer, da Spitzbergen ein zollfreies Gebiet ist):
Jakob Andersen
Sport & Våpen
N-9171 Longyearbyen, Norge
Tel. +47-79023213
Fax +47-79021810


Zur eventuellen Buchung geführter Touren, Bootsausflüge, Insel-Rundflüge, direkt auf Spitzbergen:

Jan Sverre Sivertsen
Spitzbergen Travel
N-9171 Longyearbyen, Norge
Fax +47-79021365

oder
Svalbard Wildlife Service
N-9171 Longyearbyen, Norge
Tel. & Fax: +47-79025661


Autovermietung auf Svalbard (ein Kuriosum an sich, da es gerade mal ca. 10 km - meist pistenähnliche - Straßen gibt):

Anders Lindseth
Svalbard Auto
N-9171 Longyearbyen, Norge
Fax +47-79021285


Schiffs-Verfrachtung, für den Fall, dass jemand eineneigenenSchnee-Scooter, einen Jeep, oder große Mengen eigener Ausrüstung in
die Arktis verfrachten will:
NOR CARGO
N-9171 Longyearbyen, Norge
Fax +47-79023566


Buchung von Flügen nach Spitzbergen (unbedingt Monate zuvor buchen !!!):

Braathens Airline
Oslo
Fax: +47-67591309
Excalibur
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Ny Ålesund

Beitragvon Excalibur » Fr, 06. Jan 2006, 2:26

Sorry, ich vergaß noch auf Deine Fragen einzugehen.
Die Forschungsstation dort kannste besuchen.
Frage bei KingsBay nach, deren eMail ich Dir zukommen ließ.
Habe auch irgendwo noch eine eMail von einem Forscher dort.
Mal sehen, ob ich die noch finden, dann maile ich sie Dir.
Zu empfehlen auch die EISKAT-Forschungsstation, mit riesiger Parabol-Antenne, ca. 10 km von Longyearbyen entfernt. Die Leute dort führen einen gern herum.
Wie der Himmel ist, kann nicht vorhergesagt werden.
Es regnet aber sehr selten, weil das Gebiet eher "arktische Wüste" ist.
Ganz klarer Himmel aber ebenso selten.
Viel Wind ist häufiger.
Das Radison ist natürlich erste Sahne.
Sehr billlige Unterkünfte (für Svalbard-Verhältnisse) bekommst Du bei Mary-Ann's Polar Rigg, ne private Unterkunft in Longyearbyen. Tel. 0047-79023702.
W-Lan hat die sicher nicht. Und wozu brauchst Du das auch dort ?????
Lieber nochmal gut mit Deinem Ka-Wumm üben, denn Mr. polarbear wird von W-Lan nicht abgeschreckt.
Gruß
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Re: Detail-Info Svalbard

Beitragvon SUNDSVALL » Fr, 06. Jan 2006, 13:54

Excalibur hat geschrieben:Buchung von Flügen nach Spitzbergen (unbedingt Monate zuvor buchen !!!):

Braathens Airline
Oslo
Fax: +47-67591309


Und für alle, die einen stinknormalen Aufenthalt ohne dreijährige Vorbereitung mit Bärentöter und Henrystutzen sowie Rüdiger Nehbergs Survivalgrundkurs planen:
http://www.sas.no
Da kriegste heute noch für nächste Woche Tickets zu fast jedem gewünschten Zeitpunkt. Oder für jeden beliebigen anderen in naher und ferner Zukunft. Monatelange Vorausbuchung ist schon längst nimmer.

Hälsningar,
vom Lippenpflegestift (den echten Namen darf ich hier nicht schreiben, da die Betreiber des Forums Abmahnungen von xxxx (vom Admin geändert)
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Re: Spitzenbergen

Beitragvon bgh » Fr, 06. Jan 2006, 22:42

Hei dodge,
meine Fragen gehören nicht ganz zu Deinem Thread, insoweit bitte ich um Deine Entschuldigung, aber ich hoffe hier eher auf Svalbard-Kenner zu treffen. Spitzbergen osv. sind ja wegen der russisch-norwegischen Gespräche ein wenig in den Scheinwerfer der Öffentlichkeit gerückt. Ist es so, dass alle Unterzeichnerstaaten des Svalbardtraktaten das Recht haben auf Svalbard Gewerbe ( = næringsvirksomhet ? ) [ s.d.: http://no.wikipedia.org/wiki/Svalbardtraktaten ] zu treiben? Deutschland scheint ja dazu zu gehören [ s.d.: http://www.lovdata.no/all/hl-19200209-000.html ..."Traktaten er tiltrådt av ... Tyskland..." ] - gibt es auf Svalbard überhaupt deutsche Firmen?
Grüße, bgh
bgh
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Re: Spitzenbergen

Beitragvon oter » Fr, 06. Jan 2006, 22:46

Soweit ich weiß dürfen theoretisch die anderen Staaten z.B. Kohle fördern, nur die Russen nehmen das Recht wahr. Vor allem auch aus politischen Gründen. Deutschland gehört soweit ich weiß aber nicht dazu.
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oter
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Re: Spitzenbergen

Beitragvon bgh » Fr, 06. Jan 2006, 23:25

Hei oter,
hmm, aber was sollte "tiltrådt" (siehe mein posting von 21:42 Uhr) dann bedeuten? s.d.: http://de.wikipedia.org/wiki/Spitzbergen ...: "...Nach dem Svalbard-Vertrag von Sèvres am 9. Februar 1920 wurden die Inseln Norwegen zugesprochen, gleichzeitig aber allen Vertragsparteien das Recht zugestanden, dort Wirtschaft zu betreiben..."
Grüße, bgh
...EDIT:
Hei alle sammen,
nach ein wenig Recherche kam ich zu folgendem Ergebnis: sowohl Deutschland, als auch Österreich, sowie die Schweiz hätten als Vertragspartner grundsätzlich die Möglichkeit sich auf Svalbard geschäftlich zu betätigen.
Die zugrundeliegenden Daten sind von der Seite (des) sysselsmannen von Svalbard, sowie von den deutschen und norwegischen wikipedia-Seiten zu diesem Thema.
In (der) Bergverksordningen [LOV1925-08-07nr00:Kongelig.resolusjon] heißt es:
"§ 2. 1. Rett til å søke efter og til å erhverve og utnytte naturlige forekomster av kull, jordoljer og andre mineraler og bergarter som utvinnes gjennem bergverksdrift tilkommer, under iakttagelse av forskriftene i denne bergverksordning og på fullstendig like vilkår så vel med hensyn til beskatning som i andre henseender, foruten den norske stat:
a. Alle undersåtter av de stater som har ratifisert eller sluttet sig til Spitsbergentraktaten.
b. Selskaper som er hjemmehørende og lovlig stiftet i nogen av de nevnte stater. Et selskap anses for hjemmehørende i den stat, hvor dets styre har sitt sæte."
Laut der obersten Verwaltungsbehörde von Svalbard sind zur Zeit u.a. Traktatpartene: Danmark, Finland, Island, Sveits, Sverige, Tyskland og Østerrike.
Unter dem Oberbegriff "Ikke-diskriminering" wird u.a. folgendes geschrieben: "Borgere og selskaper fra alle traktatland har lik rett til adgang og opphold på Svalbard. De skal kunne drive fiske, fangst og all slags maritim-, industri-, bergverks- og handelsvirksomhet på like vilkår."
bgh
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Re: Ny Ålesund

Beitragvon bgh » So, 08. Jan 2006, 20:32

Hei,
Excalibur hat geschrieben: ... Zu empfehlen auch die EISKAT-Forschungsstation, mit riesiger Parabol-Antenne, ca. 10 km von Longyearbyen entfernt. Die Leute dort führen einen gern herum ... Lieber nochmal gut mit Deinem Ka-Wumm üben...

Das ist wirklich 8)! Ich dachte [ http://de.wikipedia.org/wiki/EISCAT ] solche Forschungsstationen sind abgeschirmte Bereiche.
Aber was soll ein Bärentöter bei einem Angriff bringen? So eine Kugel reizt das Riesentier im Zweifel doch eher noch mehr?! Oder sind das im Körper explodierende Geschosse? Es gibt doch Abwehrsprays gegen Bären; vom Laienstandpunkt aus, erscheint mir eine Störung der Augen und der Nase wirkungsvoller...?! Wie auch immer, Waffenpflicht klingt nach spannenden Wanderungen.
Grüße, bgh
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Eisbären / Kohlesiedlungen / UFOs und mehr

Beitragvon Excalibur » Mo, 09. Jan 2006, 0:19

Hallo,

ich möchte auf ein paar aufgetretene Fragen im Svalbard-thread eingehen.

a) Forschungsstationen
b) Siedlungen und Kohle
c) Eisbären und Abwehr derselbigen mit Spray
d) die norwegische Kriegsmarine und Fischfang um Svalbard
e) UFO auf Spitzbergen (KEIN fake !)

a) Die Forschungsstationen wie EISCAT sind natürlich "offiziell" schon ein geschützter Bereich, doch sind die dort arbeitenden Typen derart einsam, daß sie heilfroh über einen Besuch sind. Gerade EISCAT ist leicht von Longyearbyen aus über eine ausgebaute Piste mit dem kuriosesten Verkehrsschild der Welt (Vorsicht Eisbär!) zu erreichen.
EInfach hinlaufen (ca. 10 km) oder im Herbst/Winter mit nem Leih-Schneescooter.
Man bekommt ne tolle Führung mit außergewöhnlichen Erklärungen. Wir waren völlig baff, was die dort alles machen.

b) Die Deutschen sind schon noch auf Svalbard tätig, aber nicht im Kohlebau, sondern in Sachen Forschung. Auch in EISCAT steckt Geld des Bundesforschungsministeriums, in NyÅlesund haben sie sogar irgend etwas Eigenes, hab ich aber noch nicht gesehen, weil ich dort noch nicht war. Und zwischen Longyearbyen und dem Bjørndal trifft mal plötzlich auf eine Bracke, auf welcher eine BAYRISCHE Fahne weht. Ich dachte schon, der Stoiber kommt gleich mit ner Moas Bier um die Ecke, dabbei war's nur eine Wetterstation der Uni München.
Die Russen schließen langsam alle Kohlebergwerke, weil's sich offenbar nicht mehr lohnt. Barentsburg wird mehr und mehr touristisch, weil die Ausflugsboote im Sommer allerlei Leute dorthin verschippern. Die traumhaft in absoluter Gigant-Natur gelegene verlassene Russensiedlung Pyramiden vergammelt vor sich hin, weil niemand mehr die Bauwerke instand hält. Der Norwegische Sysselmann auf Svalbard hatte sogar die Idee, dort eine alternative Künstler- und Öko-Siedlung auf Selbstverwaltungsbasis einzurichten, was der norweg.Staat sogar gefördert hätte. Doch dann wollten die Russen "cash" für Ihre maroden Bauwerke - und alles gammelt weiter vor sich hin.
Vielleicht gibt's mit Google irgendwelche Bilder der PETUNIA-Bucht auf Svalbard zu finden, dann sieht mal die Umgebung von Pyramiden.

c) Wenn Du meine langen Ausführungen weiter oben gelesen hast, dann beantwortet sich die Frage bezügl. Eisbär von selbst.
Der ursus polaris ist w-e-s-e-n-t-l-i-c-h angriffslustiger, wenn er hungrig ist, als der Grizzly. Und er ist wesentlich widerstandsfähiger. Im Klartext, Spray würde ihn genauso wild machen, wie ein ungezielter Schuß aus kleinen Kalibern, wie Du schon richtig bemerktest.
Ein hungriger Eisbär sieht den Menschen als Futter, als sonst nichts. Wenn er angreift, rennnt er mit 60 km/h auf Dich zu. Und er ist nicht zu stoppen, außer über wohlgezielte Schüsse aus einem Großkaliber-Gewehr. Du solltest dabei erst mal 1-2 Warnschüsse vor den Eisbär abgeben, in 90% aller Fälle gibt er nach dem 2. bis 3. Schuß auf. Doch wenn die 10% eintreten, daß er doch angreift, dann geht's um Dein Leben und Du bist gezwungen, gezielt den Herz-Lungen-Bereich des größten Land-Raubtiers der Erde, das auf Dich zurennt, zu treffen. Dies wird Dir nur gelingen, wenn Du wirklich - wie oben geraten - monatelang vor einer Svalbard-Tour in einem Großkaliber-Schießverein GUT geübt hast. Dann brauchst Du auch keine eigene Waffenlizenz zu machen, sondern kannst ein gutes Gewehr auf Svalbard leihen - und Du wirst Dich auch sicher fühlen. Ungeübt ist Dir das Gewehr nur ein Hindernis und würde den Bär durch verletzende aber nicht tötliche Schüsse noch wilder machen.
Explosiv-Geschosse sind für den Zivilgebrauch nirgendwo zugelassen, also soll es eine Großwildbüchse sein, starkes Kaliber mit genügend Aufschlags-Energie, um einen angreifenden Bären auch stoppen zu können. Wie gesagt: lies oben nochmal nach.
Laß Dich wirklich warnen, mit Spray oder als ungeübter Schütze mit geliehenem Gewehr in Svalbards Wildnis zu gehen, Du spielst mit Deinem Leben. Es kamen schon in Longyearbyen Eisbärangrifffe vor, sogar im Sommer.
Um zu zeigen wie gefährlich so ein wunderbares Tier ist, kann man in Longyearbyen folgende Schauergeschichte hören.: Ein Bootskapitän fuhr mal mit einer Reisegruppe an irgend eine Küste in Svalbard, die Leute stiegen aus, der Käpt'n hatte als Bewaffnung aber nur eine 9mm Pistole dabei, die z.B. im jagdlichen Bereich zur Selbstverteidigung gegen angreifende Wildschweine völlig ausreicht. Wie es der "Zufall" so will, wurde die Gruppe wirklich von einem Eisbär attackiert. Der Käpt'n , ein guter Schütze, schoß ein volles 15er Magazin seiner 9mm-Knarre auf den Bären ab und traf 10x (!) nachgewiesenermaßen die vordere Schädelplatte. Der Kopf eines jeden anderen Tiers wäre Matsch gewesen. Bei dem Eisbär durchschlug KEINE einzige der 10 Geschosse die Schädelplatte, und er griff verletzt und äußerst gereizt die Gruppe an.
Das Ergebnis des leichtsinnigen Käpt'ns: mehrere Schwerverletzte. Der Bär wurde später aus dem Hubschrauber eines Rangers erlegt, daher weiß man, daß 10 Kugeln voll getroffen, aber nicht den Schädel durchschlagen haben.
Du kannst daher nachvollziehen, daß ein Bärenspray ihn nur noch wütender machen würde. Denn das canadische Sprichwort "If you respect the bear - the bear will respect you..." gilt definitiv nicht für den Eisbär.
Nicht jeder Eisbär wird Dich angreifen, manch einer, besonders wenn er ein blutiges Maul hat und er somit gerade eine Robbe verspeist hat, kommt nur neugierig und wiegenden Hauptes näher. Dennoch, wenn er näher als ca. 20m an einen Menschen herangekommen ist, sollte der erste Warnschuß gesetzt werden.
Das herrliche Tier ist kein "Teddy", sondern das größte, widerstandsfähigste und gefährlichste Raubtier der Erde. Und es ist SEIN Land, Du bist der Gast. Wenn Du Bären siehst, mache weiträumig einen Umweg. Riskiere die Begegnung nie absichtlich, etwa um ein besonderes Abenteuer zu erleben. Denn JEDER getötete Bär wird nachher polizeilich untersucht, die fliegen dort extra hin, um festzustellen, ob es wirklich Notwehr war. Und wenn der Verdacht aufkommt, daß Du ihn absichtlich herangelockt hast, etwa für ein tolles Foto mit dem erlegten Eisbären, dann sitzt Du mindesten 1/2 Jahr im Knast auf Svalbard oder auf den Festland, zusätzlich bekommst Du eine extrem saftige Geldstrafe. Und das ist auch richtig so !! Schießwütige Westernhelden haben auf Svalbard nichts verloren.

d) Eines der vielen gerne verschwiegenen Sauereien in Norwegen ist die Tatsache, daß die Kriegsmarine immer wieder auf Fisch-Kutter zwischen dder Nordküste Norwegens und Svalbard schießt, hauptsächlich Isländer, und sie vertreibt.
Svalbard wurde zwar einst Norwegen "zugesprochen", aber nicht als Hoheitsgebiet, sondern nur als Verwaltungsgebiet. Somit ist Svalbard internationales Niemandsland - aber eigentlich NICHT Teil des norwegischen Staates. Doch das hört man in Norge nicht allzugern - und machen Normannen wissen gar nicht, daß sie dort oben eigentlich nur gesetzgeberische Funktionen haben, nicht mehr.
WENN nun Svalbard voll zum Staat gehören würde, dann wären aber die fischreichen Gewässer zwischen der Nordküste und Svalbard auch Norwegisch, zumindest in weiten Bereichen. Da Svalbard aber NICHT zum norweg. Staat gehört, dürfen auch andere Länder dort fischen, und die Kriegsmarine darf deren Fischkutter nicht vertreiben. Der heikle Fall war schon mehrere Male vor den Internationalen Gerichtshof in DenHaag. Jedesmal verloren die Norweger. Doch immer wieder schicken sie Militär aus, um andere Kutter zu vertreiben.
Es gibt dort oben im hohen Norden noch manch andere äußerst seltsame Begebenheiten, z.B. das Niedermetzeln von Samischer Bevölkerung in der Gegend von Alta in den 70er Jahren (!) des letzten Jahrhunderts durch eine Polizei-Spezialeinheit aus Oslo. Eine absolut üble Geschichte, von der in Norge heute niemand mehr etwas wissen will.
Man frage mal einen Samen danach, es werden einem die Haare zu Berge stehen, wenn man die Gründe erfahrt, über die ich hier nichts scheiben will. Man kann es nämlich kaum noch glauben... aber es glaubte auch niemand, daß im Europäischen Staat Yugoslawien Folter- und Frauenvergewaltigungslager während des Bürgerkrieges eingerichtet worden waren. Mitten in Europa - und alle sahen zu...

Tja und dann halt noch DAS:

e) Im Jahr 1952 sichteten 6 norwegische Militärflugzeuge auf einem Übungsflug bei Svalbard ein rundes, scheibenförmiges Wrack. Zuerst hielt man es für ein sowietisches Spionageflugzeug. Dann wurde es jedoch geborgen - und ein gewisser Oberst Gernod Darnbyl vom Norweg. Generalstab, sage wörtlich: "Der Absturz der Scheibe von Spitzbergen war von großer Bedeutung. Der derzeitige Stand der Wissenschaft erlaubt uns zwar nicht, alle Rätsel zu lösen, doch ich bin zuversichtlich, daß uns diese Wrackteile von Spitzbergen zu wichtigen Erkenntnissen verhelfen. Vor einiger Zeit ergaben sich Mißverständnisse durch die Aussage, die Scheibe sei sowjetischer Herkunft. Wir möchten nachdrücklich erklären, daß sie in keinem Land dieser Erde gebaut wurde. Die zu ihrer Konstruktion verwendeten Materialien sind den Wissenschaftlern und Experten absolut unbekannt." Zitat Ende. (Aus ISBN: 3-86070-606-3, Seite 52.)

***

Ich schrieb den Beitrag noch auf ausdrücklichen Wunsch eines regelmäßigen Forumsmitglieds, werde mich aber nun vom Scheiben wieder zurückziehen, denn die irreale Welt des Internet zieht mich nicht an. Ich lebe lieber im Jetzt der Wirklichkeit.
Wer noch Fragen zu Svalbard hat, kann mich über eMail kontaktieren. Werde jedoch in den nächsten Wochen nur selten antworten können, da ständig unerwegs.

Eine wunderschöne Zeit wünsche ich allen Svalbard-Besuchern auf dieser traumhaften Insel, die einen noch viel stärkeren "Sucht-Aspekt" hat, als das Kernland Norge. Also ... Vorsicht, nach dem ersten Besuch werdet Ihr verändert sein. Das Svalbard-Virus ist unheilbar ... die entsprechenden Sehnsüchte nur durch weitere Besuche zu stillen !!
Auch wir sind heuer mit großer Wahrscheinlichkeit wieder dort.

Besten Gruß
Excalibur
the sword of light

***

Wenn du dich nun fragst,
warum diese ganze Welt existiert
und welcher Sinn ihr innewohnt,
dann erkenne,
daß sie nur für Dich existiert ,
damit du ihr Deinen persönlichen Sinn geben kannst !
* Darotschin *
Excalibur
 
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Re: Spitzenbergen

Beitragvon spiker80 » Mo, 09. Jan 2006, 0:45

hei Excalibur!

Zur frage mit dem Niedermetzeln der samischen bevølkerung:kannst du mir oder auch andere hier im forum ein Link rueberreichen?tusen takk.
Ansonsten hats spass gemacht zu lesen dein bericht...
Als abonement der svalbard posten kann ich noch hin zugeben,das in dieser ausgabe ein foto der siedlung Pyramiden abgebildet ist.
Hilsen!
spiker80
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Re: Spitzenbergen

Beitragvon uteligger » Mo, 09. Jan 2006, 2:09

@ 80iger Nagel

Gemeint ist sicher das Projekt Alta Staudamm in den 70er und 80iger Jahren. Nicht nur die samische Bevölkerung hatte etwas dagegen, dass durch den Bau eines Staudammes und Kraftwerk große Landstriche im Wasser verschwinden. Es gab massive Proteste und Auseinandersetzungen. Auch Norwegen hatte sein Brokdorf. Aber da von Gemetzel zu reden, ist absurd.


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