Tag 16 - ab zum GletscherGeplant war ja der Molden wenn wir schon mal hier sind. Hei was hab ich Bilder gesehen und mich darauf gefreut, aber eben, das haben wir dann mal verschoben. Alternativ gings heute doch etwas hoch hinaus: den Nigardsbreen
Gestartet bei diffusem Wetter, wo man nicht so genau wusste, was uns erwartet.

Aber es gibt ja kein schlechtes Wetter, nur unangebrachte Kleidung. Darum sind wir trotzdem losgedüst. Auf dem Weg fing es dann zu nieseln an, was uns kurz innehalten liess, ob wir wirklich zum Gletscher wollten. Aber auf halber Strecke kehrt man dann doch nicht um, sondern sind weitergefahren. Wäre da nicht plötzlich ein spannendes Phänomen aufgetaucht.

Der Fluss Jostedøla war plötzlich mit einem grauen Schleier überzogen. Nun hab ich ja mal gelernt, wenn das Wasser wärmer ist als die Luft, dann dampft das Wasser. Soweit die Theorie.

Also bin ich zum Ufer abgestiegen und siehe da, eiskalt! Ich kann mir das nicht erklären, hab auch keine Erklärung dafür gefunden. Vorallem war es nur partiell und nicht die ganze Zeit. Sehr speziell. Auf der Weiterfahrt sind wir noch an einer alten Brücke vorbeigekommen

den Bilderrätslern dürfte diese bekannt vorkommen. Und schon bald waren wir unserem Ziel nahe

Leider hat einer zwei Wagen vor uns die Mautschranke nicht so ganz verstanden und einen veritablen Stau verursacht. Und kaum war er hinter dem Bom hat er auch noch angehalten, sodass keiner mehr durchfahren konnte. Ein paar nette Worte haben das Problem dann gelöst und man konnte passieren. Der Parkplatz war gut gefüllt, aber wir haben noch recht weit vorne parken können.

Viele Gruppen standen da, bereit um auf den Gletscher zu gehen. Wir gingen zum Boot und liessen uns über den See schippern. Mit uns waren noch zwei russische Frauen an Bord. Die Männer versuchten, wohl auch um sie zu beeindrucken, die Strecke zu Fuss in der gleichen Geschwindigkeit zurückzulegen. Sie kamn dann total verschwitzt ein paar Minuten nach uns an. Allerdings haben wir uns gefragt, ob wir übertrieben angezogen waren mit Wanderhosen und Wanderschuhen, denn die Damen waren in Ballerinas und HotPants unterwegs. Wir sind dann unbeirrt losgezogen und uns auf den Weg gemacht.

Bei dieser Treppe hat dann meine Frau gemeint, dass sie nicht mitkommt. Und das mittlere Mädchen hat sich mit ihr solidarisiert. Überhaupt haben wir in diesem Urlaub gemerkt, wie sozial sie ist. Sie blieb immer bei meiner Frau wenn diese nicht weiterkonnte oder wollte. Egal was sie erwartet hat und wie schmackhaft ich ihr den Gletscher machen wollte, sie blieb standhaft. Also sind wir zu dritt los und ja, wir waren "overdressed". Die Mütze hätte man sich sparen können und der Fels, auf dem man lief hat auch ordentlich Wärme absorbiert. Aber es war trotzdem schön:




Oben haben wir dann unsere russischen Freunde wieder gesehen. Sie hatten es also auch geschafft.
Wie in einem anderen Beitrag erwähnt. Es haben sich ausnahmslos alle an die Abschrankung gehalten. Keiner ist rübergeklettert oder hat sonstigen Unfug getrieben. Das haben wir schon ganz anders erlebt. Aber seit wir in Neuseeland mal das Kalben eines Gletschers miterlebt haben, kommen wir der Zunge nicht mehr zu nahe. Hier waren allerdings nur kleinere Stücke zu sehen.

Auch ein Blick zurück lohnte sich

und schon bald sind wir wieder runter, weil wir die anderen beiden nicht zu lange warten lassen wollten. Wir sind dann in der gleichen Besetzung wieder mit dem Boot zurück. Ja, auch die beiden Russinnen kamen wieder mit

Das Besucherzentrum haben wir dann grosszügig umfahren, aber einen Fotostop gab es dann doch noch.

Aber wir merkten, dass unsere Kinder langsam Hunger bekamen. Leider gab es soviele schöne Motive, dass sich das ganze recht in die Länge zog

Egal ob Jostedal Kirke



oder einfach eine schöne Landschaft. Alles lud zum verweilen ein.


Wir haben dann aber doch noch einen schönen Rastplatz gefunden. Beim Abzweiger Fossoy stand zusätzlich Flaummerke. Und dazu ein paar Schautafeln und ein lustiger Brunnen.

bei näherer Betrachtung stellten wir dann fest, dass der Anlass für den Brunnen gar nicht so lustig war. Es fanden nämlich zwei gravierende Überschwemmungen statt. Beide am 15. August. Eine 1898 und eine 1978. Letzere hat praktisch alle Häuser im Jostedalen zerstört. Etwas weiter dem Weg entlang fand man dann die alten Markierungen an der Wand und eine Erklärung dazu:


Nun war uns auch klar, warum wir soviele (Fussgänger-)Brücken vorgefunden haben, welche nicht mehr passierbar oder gesperrt waren


Bei der Rückfahrt fielen uns die vielen Himbeersträucher auf. Irgendwann haben wir dann mal eine Parkbucht angefahren und uns zum kollektiven Himbeersammeln gemacht, bis dass der Regen uns stoppte



Darum ist dann auch der nächste Tag schnell erzählt. Wir blieben auf dem Camping, haben unser Häuschen genossen, etwas Marmelade gekocht und uns von mal wieder ein wenig Sushi gegönnt

wer sich traute ging noch schwimmen


inkl. Händewaschen

und Fotos haben wir auch noch ein paar geschossen, weil die Stimmung grad so schön war



Nun war schon mehr als die Hälfte rum und wir hatten schon sooooviel erlebt. Bald gehts weiter..