Uteliggern`s Hytteliv
3 heftige Tage in Norwegen
oder:
Nix Pauschaltourist
Mittwoch, 09.01. um 21h30 losgefahren. Temperatur zwischen 4° und 6° Plus.
In Dänemark Autobahn bei Kolding erst bei 5° Plus, Regen, Streufahrzeuge beim Salzstreuen überholt. Dann Temperatursturz auf 0°, Gewitter, Sturmböen, Schnee und Hagelschauer, Straße schlagartig spiegelblank, runter auf 80 km/h. Nach 30 km war der Spuk vorbei.
Der erste Tag. Donnerstag
Wohl den letzten freien Platz auf der Christian IV bekommen.
War schon ausgebucht. Viel Cargo. Abfahrt Hirtshals am 10.01. geplant um 1h15.
Wind 8-10 aus südlicher Richtung im Skagerrak. Christian IV hat 3 Stunden Verspätung.
Meine Ankunft um 1h30 in Hirtshals. Schlecht ausgeschilderte Umleitung durch den Hafen.
Die Zufahrt zum Terminal wird für die Superspeed-Fähren massiv umgebaut.
Das Terminal selbst ist auch eine Großbaustelle. Neue Fähranleger sind fast fertig.
Auslaufen der Fantaasia verfolgt.
Ankunft der Christian IV um 2h15.
Um 3h15 in die Fähre gefahren. Das Autodeck ist voll mit LKW und Trailer. Alles wird verzurrt und gesichert. Kaum Passagiere. Essen gegangen. In die Kabine und ab in die Koje. Abfahrt der Fähre um 4h.
Während der Überfahrt Achterbahn. Die Gardinen vor dem Kabinenfenster standen bis 30° von der Wand ab. Dauernd geweckt vom heftigen dröhnen und scheppern, wenn der Bug des Schiffes in die 6 m hohen Wellen knallte.
Um 8h30 an Bord gefrühstückt, um 9h30 in Kristiansand (Temperatur 5° Plus) von Bord gefahren. Am Zoll durfte der vor mir fahrende in die Garage fahren. Der Zöllner hat sich dann Zeit genommen um mit mir über den Inhalt meines Autos, dem Wetter, mein Reiseziel ( aaah - fint turomrade! ) auf norwegisch zu unterhalten.
In Kristiansand ungewöhnlich viel Schnee. Die Vestre Strandgate zur Fiskebrygga runtergefahren. Am Parkscheinautomaten einen Parkschein gezogen (wie alle anderen auch) und im Fischmarkt pepperlaks, gravedlaks, und karrisild für die Menschen daheim erstanden. Und, wie es sich gehört, den Parkschein mit der Restlaufzeit verschenkt.
Ab 10h30 auf den RV 9 Richtung Norden. Ab Mosby nur noch 0° und viel Schnee und Eis auf der Straße. Um 11h in Evje in den Stammsupermarkt rein, großes Hallo und erstmal Kaffee trinken und schnacken, Frisches Brot, Milch, Trinkwasser und Zeitungen eingekauft.
Dann die letzten 6 km zur Hütte hochgefahren. Festgefahrene Schneedecke auf der schmalen Straße. Als nichts mehr ging, Steigungen und Glätte, Dekk-Klister auf die Antriebsräder gesprüht. Am Parkplatz unserer Hyttelaget angekommen, die Schneemassen bis 2 m Höhe bewundert, die in der Einfahrt und auf dem Parkplatz lagen. Zum Bauern gefahren, der den Räumdienst für den Parkplatz macht. Er war gerade dabei, eine neue Antriebswelle für die Schneefräse an den Trecker zu montieren. Großes Hallo und erstmal Kaffee trinken und schnacken. Um 13h sind wir dann zum Parkplatz rüber und mit Frontlader und Schneefräse ging es dann zügig die Schneemassen beiseite zu schaffen.
Um 14h die mitgebrachten Schneeschuhe an die Füße gebunden, einen Rucksack auf den Rücken und hoch zur Hütte gegangen. Die Eingangstür lies sich nicht öffnen, zuviel Schneegewicht auf dem Dach. Wieder zum Auto zurück, die Schneeschaufel und den nächsten Rucksack geholt. Ein wenig Schnee von der überdachten Terrasse geschippt und mit dem Kocher Kaffee gekocht.
An der Rückseite des Hauses lag der Schnee so hoch, dass ich direkt mit Schneeschuhen auf das Dach gehen konnte. Um 16h30, als es dunkel wurde, hatte ich genug Schnee vom Dach geschippt um in die Hütte hineinzukommen. Schuhe und Hosenbeine waren durchnässt, entsprechend fühlte ich die Füße nicht mehr so richtig. Die Körperwärme lies den Schnee einfach auf den Schuhen schmelzen. Waren doch meine wasserdichten Stiefel in der Hütte. In der Hütte waren 2° Minus und ich feuerte den Ofen und den Kamin an. 3 steife Grogs und das Abendbrot machte mich müde und ich verschwand um 21h im Schlafsack auf einer Matte vor dem Kamin. In der Hütte waren nun 15° und eine lange Nacht stand bevor.
Der zweite Tag . Freitag 2° Minus
Bei 8° in der Hütte stand ich um 7h auf. Bis zum hell werden um 9h hatte ich genug Zeit, die Hütte auf 18° zu heizen und Kaffee zu trinken. Diesmal mit wasserdichten Stiefel und Gamaschen an, ging es wieder aufs Dach zum Schneeschippen. Der Schnee war sehr schwer, eigentlich bestens zum Schneemann oder Iglu bauen geeignet. Um 11h Frühstück und Hütte auf 24° heizen. Weitere Hüttennachbarn trafen ein, und von Dach zu Dach wurde lautstark über große Entfernung kommuniziert. Um 16h war ich denn fertig mit Schippen. 140m2 Dachfläche mit durchschnittlich 1 Meter Schnee belegt, machen lange Arme.
In der Hütte waren wieder 16° und das heizen begann von neuem. Nach dem Abendessen um 19h kamen 5 Hüttennachbarn vorbei. Großes Hallo und erstmal Kaffee trinken und schnacken. Auch die zweite Flasche Rum, über die ich nicht mit dem Zöllner sprach, wurde in Grog umgewandelt. Ein Topf Karrisild und 2 Pfund Schwarzbrot aus der Dose mussten auch dran glauben. Um 1h, als alle mit Schneeschuhen davon stapften, wurde ich müde und legte mich ins richtige Bett, da das Schlafzimmer nun auch warm genug war.
Der dritte Tag. Samstag 2° Minus
Nach dem Aufstehen um 8h, in der Hütte waren immer noch 20°, Holz nachgelegt und gefrühstückt. Dabei ein großes Fresspaket gemacht und Kaffee in die Thermoskanne produziert. Um 9h30 trafen wir uns alle auf dem Parkplatz um die abends zuvor besprochene Skitour zu beginnen. Obwohl es in der Nacht wieder begonnen hatte zu schneien und es immer noch heftig schneite, war die Loipe schon vom örtlichen Sportverein gespurt. Unterwegs haben wir dann in einem Unterstand unsere Lunchpause gemacht. Kaffee getrunken, gegessen und geschnackt.
Um 15h war ich wieder zurück in der Hütte, den Bart abtauen, einheizen, aufräumen und reisefertig machen. Alles zum Auto runterschleppen, nach Evje runterfahren und den Müll unterwegs im Müllhäuschen deponieren. Dabei richtig schön von der Straße abgerutscht und festgesessen. Nach 15 Minuten Wartezeit kam der nächste vorbei und hat mich mit dem Abschleppseil rausgezogen. Dann zur Tankstelle zum tanken. Großes Hallo, erstmal Kaffee trinken und geschnackt.
Um 19h kam ich wieder in Kristiansand an der Fähre an. Sie hatte etwas Verspätung, sodass wir um 20h losfuhren. Die Überfahrt war ruhig, und um 0h45 waren wir in Hirtshals.
Etwa müde und kaputt war ich Sonntagmorgen um 6h wieder zu Hause.
Aber ich habe mich und etwas bewegt. Und zahle nicht für die Muckibude.