Familienurlaub 2012

Eure Berichte von Reisen in Norwegen, Wander- und Bergtouren, Hurtigrutenfahrten oder Spezialtouren

Familienurlaub 2012

Beitragvon inesmstaedt » Di, 20. Nov 2012, 17:07

Hallo, alle zusammen,

nun ist es soweit, nach dem sechsten Norwegenurlaub kriege ich es nun endlich mal hin, einen Reisebericht zu schreiben…
Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, auf dem (extra dafür mitgeschleppten Laptop) ein Reisetagebuch zu führen, in der Praxis aber hatte ich so gar keine Lust, mich im Urlaub vor das Ding zu setzen, sitze ja auf Arbeit schon den ganzen Tag vor dem Bildschirm. :roll: Einen Nutzen hat das Gerät im Urlaub dann doch noch gehabt, aber dazu später mehr…


09./10.08.2012

Endlich, mein letzter Arbeitstag vor der Abfahrt nach Norge! Ein bisschen eher Feierabend, anschließend Packen für meine beiden Zwerge und mich (der Göttergatte hatte schon die ganze Woche frei und hat Gott sei Dank seine Reisetasche und die vielen anderen Dinge wie Angelzeug, Fahrräder u.v.m. schon in Kofferraum und Hänger verstaut), großes Hin und Her, wie das restliche Gepäck noch hineinpasst und dann noch ein kleines bisschen Ruhe vor der Abfahrt. Haben wir gedacht… Unsere Kinder sind so aufgeregt, dass wir es um 22 Uhr aufgeben mit dem „Ruhen wollen“ und zum Aufbruch blasen. Nach ca. 6 Stunden Fahrt auf der fast leeren Autobahn sind wir schon bei Tagesanbruch in Kiel. Schon daheim hatten wir uns vorgenommen, mal zum Nord-Ostseekanal zu fahren. Nach einigem Suchen haben wir auch ein nettes Plätzchen gefunden. Die Kinder sind putzmunter, obwohl sie nur ca. 1h im Auto geschlafen haben, deswegen schnappe ich sie mir für einen langen Spaziergang am Kanal entlang, so kann der arme Papa, der die ganze Nacht gefahren ist, ein wenig Schlaf bekommen. Anschließend geht’s wieder hinein nach Kiel, Frühstücken, ein wenig am Hafen umherlaufen, dann ist es auch schon Zeit, sich am Norwegenkai anzustellen. Auf der Color Magic weigert sich meine Kleine, an Deck zu gehen, ehe das Schiff nicht mit der „Huperei“ beim Auslaufen fertig ist. Beim letzten Mal vor vier Jahren hat sie sich dabei mörderisch erschrocken, das weiß sie tatsächlich noch… Ca. 17 Uhr ist mein Sohnemann immer noch nicht müde, die kleine Maus aber schläft bald im Stehen ein (ich auch…). Beide schlafen wir (sanft geschaukelt von nur schwachem Seegang) durch bis Samstag früh, wann unsere Männer abends zurück in die Kabine gekommen sind, haben wir nicht mehr mitbekommen.

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11.08.2012

Ich bin schon um halb sechs munter, die anderen schlafen noch. So schleiche ich raus und gehe durch das (gespenstisch ruhige) Schiff Richtung Deck, ohne irgendjemandem zu begegnen. Dort oben kann ich einen herrlichen Sonnenaufgang beobachten, muss dann aber schnell flüchten. Denn das Deck wird (wie ich jetzt weiß) frühmorgens mit dem Feuerlöschschlauch gereinigt. Spritzt ganz schön weit… Bin sehr schnell geflitzt zur nächsten Tür nach innen… Mittlerweile sind auch Mann und Kinder wach, nach dem Frühstück in der noch fast leeren Cafeteria warten wir oben an Deck gespannt auf unsere Ankunft in Oslo. Endlich fahren wir vom Schiff, ab Richtung Hønefoss raus aus der Stadt. Während einer Fahrpause wird gleich der erste Einkauf in Norge getätigt: „Hmmm, endlich wieder Tine Smør und 3,9%ige Melk und das leckere Brot! Ganz zu schweigen vom Käse…“
Weiter geht es auf dem RV7 bis Gol, dann auf der 52 bis zum Lærdalsfjord, weiter auf der 5, später der E39 bis Nordfjordeid, dann ist es gar nicht mehr so weit.
Die Wegbeschreibung von Danc**ter war lustig, kleine Untertreibung zum Ende des Weges: „…bis Åheim, dann fahren Sie über einen kleinen Bergrücken…“. Das hat uns den ganzen Urlaub amüsiert, der „kleine“ Bergrücken war doch ganz schön hoch und steil… Gegen 19 Uhr angekommen, werden wir vom Sohn unserer Vermieterin herzlich begrüßt und zum Häuschen geschickt: „Der Schlüssel steckt!“ Unser Vermieterehepaar ist selbst noch auf Reisen und wird erst in ein paar Tagen zurück erwartet.
Große Begeisterung bei uns vieren: so ein tolles Häuschen mit Grasdach! Das einzige Gewöhnungsbedürftige für meinen Mann und mich: Immer schön den Kopf einziehen! Denn das Haus wurde 1850 erbaut und da sahen die Deckenhöhen noch ein bisschen anders aus als heute. Viel ausgepackt wird erst mal nicht: Erst mal nur die Betten beziehen, ein paar belegte Brote zum Abendessen und dann einfach nur draußen sitzen, auf den Fjord gucken und freuen, dass man hier ist. Endlich wieder angekommen nach vier Jahren ohne Norge…

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12.08.2012

Wir haben uns vorgenommen, erst einmal „ganz konzentriert“ nur zu faulenzen. Nach ein paar Jahren Um- und Ausbau zu Hause und daher ohne richtigen Urlaub und außerdem nach der langen Anfahrt hält sich die Unternehmungslust erst einmal in Grenzen. Wie schon oben gesagt: Einfach nur draußen sitzen, auf den Fjord gucken und freuen, dass man hier ist… Oder zur Abwechslung mal auf den Berg gucken und weiter wie gehabt. Fürs erste haben unsere Kinder das auch akzeptiert, sind in Sichtweite umhergestromert und haben die nächste Umgebung erkundet. Für einen Spaziergang ein Stückchen am Fjord entlang haben wir uns aber doch noch aufgerafft… Als wir zurückkommen, lernen wir noch eine der Töchter unserer Gastgeber kennen, die uns ein wenig zur Geschichte unseres Häuschens erzählt.

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13.08.2012

Lange geschlafen, spät gefrühstückt, haben wir uns gegen Mittag aufgemacht in Richtung Selje, die nächste größere Ortschaft. Die Männer wollen Ausschau halten nach einer guten Stelle zum Angeln vom Ufer aus. Derweilen habe ich mit meiner Kleinen einen wirklich schönen Strand mitten im Ort entdeckt. Schade, dass wir keine Badesachen dabei haben. Nun gut, auch mit aufgekrempelten Hosenbeinen kann man fein im Sand buddeln, Wasser schöpfen und eine Sandburg bauen. Nach einigen Warnungen: „Vorsicht, wenn Du Wasser schöpfst! Da kommt eine Welle!!“ ziehe ich der Maus dann doch Pulli, Hose und Strümpfe aus; die Unterwäsche muss als Not-Badekleidung herhalten; sonst wäre alles nass geworden… Erst mal kein Angelerfolg für die Männer.
Zurück beim Häuschen probieren die Kinder erst einmal die Wege zwischen den Wiesen unserer Gastgeber mit dem Fahrrad aus. Das ist wirklich toll für die beiden und auch für uns. Wir wissen, da fährt kein Auto, da können wir sie unbesorgt herumrasen lassen. Papa und Sohn versuchen etwas später ihr Angelglück nun vom Bootssteg aus und siehe da, die ersten Makrelen beißen an. Das Abendessen ist gesichert! Das Grillfässchen wird in Betrieb genommen, wenig später essen wir draußen mit herrlicher Aussicht in Alufolie gebackenen Fisch. LECKER! Da es noch schön lange hell ist, bleiben wir trotz der beißenden winzigen Fliegen draußen, Töchterchen bricht sage und schreibe 21.30 Uhr zu einer weiteren Radfahrt über die Wiesen auf. Zu Hause schläft sie um diese Zeit schon lange! Hier scheint die Sonne noch strahlend hell die Berghänge an. Ich komme endlich mal wieder dazu, länger als eine halbe Stunde am Stück zu lesen. Einen weiteren der Söhne unserer Gastgeber lernen wir heute auch kennen, er hat heute „Schafdienst“, kümmert sich um die 50 „Mähmaschinen“, die auf den Weiden rundherum grasen.

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14.08.2012

Lange geschlafen, spät gefrühstückt, marschieren die Männer frisch gestärkt zum Bootssteg, der Angelerfolg gestern hat Appetit auf mehr gemacht. Unsere Kleine fährt wieder Fahrrad. Und weil heute ein paar Schmetterlinge über die Wiese flattern, flattert sie mit dem kleinen Kescher hinterher, den die Männer hier beim Haus vergessen haben… Da unsere Männer schon nach knapp zwei Stunden das heutige Abendessen erbeutet haben, beschließen sie, den Wanderweg Richtung Berstadvatnet in Angriff zu nehmen. Da der noch zu steil für unsere Fünfjährige ist, gehen wir Damen in die andere Richtung, hinunter zum Fjord. Gut, dass wir einen Eimer dabeihaben, die Kleine gerät in Sammelwut: So viele schöne Muscheln und Steine! Die nehmen wir alle mit hoch zum Haus und sie spielt selig mit den neuen Schätzen, bis die Männer wiederkommen und den Grill anwerfen. Heute abend ist es kühler, aber trotzdem schön genug zum lange draußen sitzen.

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15.08.2012

Lange geschlafen, spät gefrühstückt, ist nun aber doch die Lust auf einen längeren Ausflug gewachsen und so beschließen wir, heute den Leuchtturm Kråkenes fyr zu besuchen. Ich habe noch das Bild aus dem Internet vor Augen mit den tobenden Wellen der Stadhavet, welche Gischt bis hinauf zum Leuchtturmhaus hinauf werfen. Heute aber ist es windstill, mal sehen, wie es dann aussieht. Schon die Anfahrt über Måløy und die ganze Insel Vågsøy bietet spektakuläre Ausblicke. Auf dem kurzen Fußweg zum Kråkenes fyr kommt uns das Pärchen entgegen, dem anscheinend das einzige andere Auto auf dem Parkplatz gehört. Oben ist … niemand. Nur ein paar Mähmaschinen, wie Sohnemann die Schafe nennt. Das Café, das es mal gab, ist geschlossen, so dass man leider nicht ins Haus hinein kann. So schauen wir von draußen aufs Meer. Die Kleine kann nicht recht glauben, dass in Richtung Westen erst mal laaaange nichts kommt und dann Amerika… Das Meer ist ganz ruhig, nur winzige Wellen riffeln die Oberfläche. Wieder unten am Parkplatz, gehen wir ein Stück Richtung Ufer. Hier muss früher auch noch was gestanden haben, alte Fundamente und verrostete Halterungen sind noch zu sehen. Was das wohl war? Von hier aus bekomme ich auch schön das komplette Haus mit Leuchtturm samt dahinterliegendem Wohnhaus aufs Foto. Auf dem Rückweg sticht mir wieder der große weiße Streifen ins Auge, den ich schon auf der Hinfahrt sah. Das ist doch bestimmt ein Strand! Tatsächlich, bei Refvik finden wir einen herrlichen, riesigen, weißen Sandstrand, an dem sich schon etliche Familien tummeln. Und wieder keine Badesachen mit, wir wollten ja nur zum Leuchtturm... Wie gehabt, Kinder bauen ihre Sandburgen und Talsperren in Unterwäsche, wir setzen uns in den warmen Sand. Mein Mann watet mit den Kindern ein Stückchen ins Wasser, bibbernd hüpfen sie wieder heraus. Zusammen bewundern wir (schon vom Zugucken zitternd) die Norweger/innen, die sich zum Schwimmen in den Atlantik begeben. Die Kinder sind kaum vom Strand wegzukriegen.
Auf dem Rückweg fällt uns im Ort „Flister“ (den Namen finden die Kinder lustig) ein dicker Fels auf, der da mitten auf der Wiese vor einer Felswand liegt. Als hätten die Riesen Murmeln gespielt. Heute abend gibt’s mal keinen Fisch, macht nix, morgen bestimmt…

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16.08.2012

Wie gehabt, lange geschlafen, spät gefrühstückt… Heute ist das Wetter recht durchwachsen, mal guckt die Sonne, mal nieselt es. Bei einem kurzen Blick hoch zum Haus unserer Gastgeber stellen wir fest, dass da ein bisher unbekanntes Auto steht. Es dauert auch nicht lange, da lernen wir endlich Gunn und Bjørn kennen, unser Gastgeber-Ehepaar! Sie sind total nett, kommen zu unserem Häuschen und fragen, ob es uns auch an nichts fehlt. Bjørn, mein Mann und Sohnemann verabreden sich für den nächsten Vormittag zur Einweisung für das Boot, heute muss Bjørn nämlich gleich noch einmal weg. Macht nix, wir wollten sowieso mal dem interessanten Tip aus dem Forum der Norwegenfreunde nachgehen. Ein Hoch auf die Suchfunktion, bei der Suche mit dem Stichwort „Selje“ bin ich im Vorfeld unserer Reise über den Hinweis gefallen, dass man nahe Åheim in einem Bach Peridote finden kann. Für unseren Sohn, den Hobbygeologen, klingt das sehr verlockend. Ich weiß nicht mehr, von wem der Tip war, aber möchte mich herzlich bedanken. Dank der detaillierten Wegbeschreibung haben wir den richtigen Bach gefunden und in diesem jede Menge Peridote. Alle stapften wir mit Gummistiefeln im Wasser herum und wenn unsere Kleine dann nicht bis an die Knie dringestanden hätte (womit auch die Regenhose nix mehr nützte und Stiefel und Hose innen nass waren), hätten wir womöglich gar kein Ende gefunden. Das hat echt Spaß gemacht!
Nach der Heimkehr ging es gemeinsam zum Bootssteg. Erst einmal haben wir mit dem Kescher eine winzige Scholle, eine klitzekleine Krabbe und eine Garnele gefangen. Einen ebenso kleinen Seestern hat mein Sohn direkt am Ufer mit der Hand herausgefischt. In einem Eimer mit Meerwasser, etwas Sand und ein paar Steinen hat mein Töchterchen die Minischar dann beobachtet und war gut beschäftigt, solange Bruder und Papa das Abendessen erbeuteten. Heute gelang es den beiden, einen schönen großen Seelachs zu fangen, den heben wir auf für morgen Mittag!

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17.08.2012

In der Nacht kommt Wind auf; es pfeift ordentlich ums Häuschen und es beginnt zu regnen. Und nicht wenig, es trommelt ganz schön heftig aufs Grasdach! Am Morgen weckt uns recht zeitig ein donnerndes Geräusch, das ich im ersten Moment nicht recht einordnen kann. Dann geht mir ein Licht auf: Der bisher dezent plätschernde Wasserfall in der Nähe ist sicher durch den kräftigen Regen ordentlich gewachsen! Tatsächlich, ein Blick aus der Haustür bestätigt es. War der Bach bis gestern nur leise zu hören und hinter kleinen Bäumen und Büschen gar nicht zu sehen, sieht das nun ganz anders aus! Cool! Wir beeilen uns mit dem Frühstück, steigen in die Gummistiefel und nehmen unseren „hauseigenen“ Wasserfall genauer in Augenschein. In den letzten Tagen hatten wir neben der Straße so einige Rinnsale den Berg herablaufen sehen, auf einem Spaziergang stellen wir fest, dass die sich alle in rauschende Wasserfälle verwandelt haben. Nicht nur die Kinder sind begeistert! Bald aber beginnt es wieder zu regnen und wir flüchten in unser gemütliches Häuschen. Heute ist es auch recht kalt, so dass wir das erste Mal den Ofen anmachen. Schnell wird es warm, wir holen das „Mensch, ärgere Dich nicht“ - Spiel heraus. Nach einigen Runden ärgert sich Sohnemann aber so sehr darüber, dass er nicht immer der Gewinner ist, dass er aussteigt. Ein Glück, dass auf meinem Laptop die üblichen Spiele wie Solitär und Minesweeper sind, so vergnügt er sich damit, während wir andern uns tapfer bis in den späten Abend hinein weiterärgern.

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18.08.2012

Lange geschlafen, spät gefrühstückt, und siehe da, draußen sieht es heute schon freundlicher aus. Da wir nun das Boot benutzen können, geht es zum ersten Angelausflug zu viert aufs Wasser. Damit es unserer Kleinsten, der wir lieber noch keine Angel in die Hand drücken wollen, nicht langweilig wird, haben wir in einen großen Bottich Wasser gefüllt und setzen ein paar kleine Fische lebendig hinein. Die beobachtet sie nun mit großer Freude und jagt sie auch ein bisschen herum. Sprunghaft steigert sich unsere Fisch-Ausbeute, zum Abendessen bestellen die Kinder wieder Fisch vom Grill.


19.08.2012

Nach den beiden sehr ruhigen Tagen steht uns wieder der Sinn nach einem längeren Ausflug. Also beschließen wir: Heute geht es zum Vestkapp. Das Wetter ist gar nicht mal so schlecht, aber gemeinerweise stecken sämtliche Bergspitzen in einer tiefhängenden Wolkendecke und wie wir bald feststellen müssen, auch das Vestkapp. Die Straße dorthin sieht aus wie abgeschnitten: Mittendrin verschwindet sie im Nebel. Wir fahren trotzdem hoch und sehen: NICHTS… Unverrichteter Dinge fahren wir wieder nach unten. Obwohl es nun zu regnen beginnt, biegen wir mal ab in Richtung Honningsvåg. Dort gibt es auch nicht so viel zu sehen, aber die Kinder haben viel Spaß mit einigen neugierigen Zwergziegen, die uns dort bei einem kurzen Halt begegnen. Auf dem Rückweg sehen wir wieder einen tollen Strand, den wir aber auf Grund des schlechten Wetters lieber links, nein, rechts liegenlassen. In Leikanger drehen wir noch eine Runde durch den Ort, dann geht es wieder zurück. Draußen sitzen macht heute abend keinen Spaß, denn es nieselt wieder. Also versucht der Papa, unserer Kleinen das Dame-Spiel beizubringen, der Große „quält“ mein Laptop und ich lese.

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20.08.2012

Heute ist es zwar auch bewölkt, aber mit Lücken und nicht so „tief hängend“ wie gestern. Das scheint uns günstig für eine kleine Gletscherwanderung. Da wir schon mehrmals am Briksdalsbreen waren, entschließen wir uns, dieses Mal den Kjenndalsbreen zu besuchen. Schon auf der Hinfahrt sehen wir in Olden ein Kreuzfahrtschiff liegen und nehmen uns vor, auf dem Rückweg mal nachzusehen, ob es dann auch noch da ist.
Die Fahrt auf der schmalen, mautpflichtigen Straße, die hinter Loen beginnt und bis nah an den Gletscher führt, unterbrechen wir immer wieder wegen atemberaubender Ausblicke, einfach umwerfend! Ich sage zu meinem Mann, dass wir hier zum Glück sicher keinem Bus begegnen werden, so schmal, wie die Straße ist, die bald in einen geschotterten Weg übergeht. Irrtum! Am Ende des Weges findet sich ein doch recht großer Parkplatz und dort steht ein großer Bus. Schon bei dem Gedanken, dass uns dieser entgegen gekommen wäre, wird mir etwas mulmig. Die Ausweichstellen lagen doch recht weit auseinander… Vom Parkplatz aus geht es zu Fuß weiter, laut rauschen ringsum mehrere Wasserfälle herab und je näher wir dem Gletscher kommen, desto kühler wird es. Mein Mann und die Kinder wollen unbedingt ein Stückchen Gletschereis kosten, aber daraus wird dieses Mal nichts. Wir kommen nicht so nahe heran. Unsere besseren Kletterer (die Männer) versuchen es zwar, während wir Mädels auf einem dicken Stein hockend zuschauen, werden aber von einem Arm des Gletscherflusses abgehalten, den sie nicht trockenen Fußes überwinden können. Wenn es also kein Eis zum Lutschen gibt, trinken wir eben vom kühlen Schmelzwasser. Auf dem Rückweg wären wir gern auch noch Richtung Lodalsbreen gefahren, müssen aber passen, da wir keine passenden Münzen für den Mautautomaten mehr haben. Schade…
In Olden angekommen, nehmen wir das dort liegende Kreuzfahrtschiff in Augenschein und siehe da, einige der im Hafen umherspazierenden Passagiere haben wir oben am Gletscher schon gesehen. Wir essen Hamburger in der Tankstelle neben dem Hafen, schauen noch zu, wie das Schiff ausläuft und machen uns dann auf den langen Rückweg. Als wir an unserem Häuschen ankommen, sind doch tatsächlich beide Kinder müde… Wir auch…

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Teil 2 folgt bald...

Liebe Grüße
Ines
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon Kumulus » Di, 20. Nov 2012, 19:30

inesmstaedt hat geschrieben:Teil 2 folgt bald...


U N B E D I N G T !!

Und bitte nicht allzu lange warten.
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Kumulus
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon fcelch » Di, 20. Nov 2012, 21:20

Super Ines, danke für den schönen Bericht.
Ich freue mich auch auf die Fortsetzung.

Gruß,
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon Dixi » Di, 20. Nov 2012, 21:54

Hallo Ines,
ein toller Reisebericht. Ich freue mich schon uf Teil 2.

Vielen Dank
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon Gudrun » Di, 20. Nov 2012, 23:44

Dixi hat geschrieben:Hallo Ines,
ein toller Reisebericht. Ich freue mich schon uf Teil 2.

Vielen Dank
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Ich auch. Aber wo ist das Bild mit dem heueigenen Wasserfall?

Danke und Grüße Gudrun
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon inesmstaedt » Mi, 21. Nov 2012, 10:30

Hallo zusammen,

ich freue mich gerade wie ein Schneekönig über Eure Rückmeldungen! :D Heute nachmittag gehts weiter, wenn nix dazwischenkommt...

@Gudrun: Gestern habe ich schon wild die Fotos durchsucht, denn ich war mir sicher, die Kamera in der Hand gehabt zu haben am "hauseigenen Wasserfall"... Hatte ich auch, aber zum Filmen, hat sich nun herausgestellt. Ich will mal versuchen, hier einen Link zum Video einzustellen, zuvor muss ich es aber noch auf eine Videoplattform hochladen. Das hat eben nicht auf Anhieb geklappt, muss ich noch mal probieren...

Aber nach unserer Heimfahrt wurde das Bächlein noch wilder, unsere Gastgeberin Gunn hat mir Anfang Oktober dieses Foto gemailt:

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Liebe Grüße
Ines
LG Ines
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon Schneggi » Mi, 21. Nov 2012, 12:51

Hallo Ines,

was für ein überaus schön geschriebener Reisebericht. Bitte mehr davon!!
LG
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon inesmstaedt » Mi, 21. Nov 2012, 17:32

Und hier kommt Teil 2:

21.08.2012

Nach dem schönen, aber anstrengenden Vortag schlafen wir lange aus und lassen uns auch viel Zeit fürs Frühstück, so dass es schon nach Mittag ist, ehe wir uns überlegen, was wir denn heute tun. Auf jeden Fall nix Aufregendes, so lautet der Plan. Da ich mir vorgenommen habe, den Kindern hier in Norwegen wasserdichte Schuhe für den Herbst zu kaufen (Kindersachen sind wirklich günstig!), beschließen wir, nach Nordfjordeid zu fahren und dort einmal die Schuhläden abzuklappern. Tatsächlich finden wir auch für beide etwas, dass ihnen gefällt und gut passt. (Ich habe auch noch, so heimlich es ging, Tiefkühlfrüchte für einen Geburtstagskuchen gekauft; eigentlich wollte ich Blaubeeren pflücken, wir haben aber bisher nur ein paar wenige gefunden. Und die wurden gleich gegessen… :P
Was nun tun mit dem angefangenen Nachmittag? Auf der Fahrt aus der Stadt zur Hauptstraße springt uns das Schild Richtung Volda und Ålesund ins Auge. Vor sechs Jahren im September waren wir zwei Wochen am Voldafjord. Da es von Nordfjordeid nur noch 40 km nach Høydalen sind, fahren wir mal hin. Und siehe da, unsere damalige Gastgeberin Anne kennt uns noch! Leider ist sie gerade auf dem Sprung. Als wir ankommen, wollte sie gerade ins Auto steigen, sonst hätten wir uns sicher ein wenig länger unterhalten. Sie hat sich gefreut, wie sehr unser Großer gewachsen ist (er hatte damals als Vierjähriger mit ihrem fast gleichaltrigen Enkel gespielt) und unser Töchterchen begrüßt, das damals noch nicht auf der Welt war, musste dann aber leider los. Für unseren Sohn war es seltsam, aber interessant, nach den sechs Jahren Orte wieder zu erkennen, an die er sich erst gar nicht mehr zu erinnern glaubte. Vor der Rückfahrt studieren wir die Straßenkarte und sehen, dass es eine Abkürzung gibt. Vom Bjørkedalsvatnet aus führt ein kleines Sträßchen am Harpefossen Skicenter vorbei zum Nordfjord. An einer wunderschönen alten Steinbrücke halten wir an, denn hier gibt’s Blaubeeren. Die Kinder essen fleißig, dann geht es weiter. Aus der kleinen Straße wird streckenweise ein geschotterter Weg, aber das macht nichts, es gibt rundum so viel zu sehen, dass es gut ist, dass wir so langsam fahren. Die Abkürzung hat uns keine Zeitersparnis gebracht, aber das sollte sie ja auch gar nicht, wir wollten nur nicht den gleichen Weg zurückfahren und mal etwas anderes sehen. Nach der Heimkehr schicke ich die drei noch mal zum Spazierengehen und backe derweil Kuchen.

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22.08.2012

Die Kinder wecken mich mit Getöse: „Komm mit, wir wollen alle dem Papa gratulieren, der hat doch heute Geburtstag!!!“ Das tun wir auch und anschließend darf der Papa bestimmen, was heute gemacht wird. Was bedeutet, dass wir heute mal „zu Hause“ bleiben und schön lange mit dem Boot zum Angeln auf dem Fjord herumschippern. Anschließend gemütlich Kaffee trinken und den Kuchen essen (na gut, ganz haben wir ihn an dem Nachmittag nicht geschafft), ein bisschen faulenzen und abends den mittlerweile heißgeliebten Fisch vom Grill essen. Danach beraten wir über den Plan für morgen: Wenn das Wetter ok ist, wollen wir mal wieder zum Geiranger. Da haben wir im Juni 2005 für drei Tage haltgemacht (gaaanz viel Schnee auf den Bergen rundherum) und auch im September 2006 mal wieder vorbeigeschaut auf dem Weg zum Trollstigen (Schnee war um den Fjord kaum zu sehen, dafür richtig viel am Gamle Strynefjellsvegen). Vielleicht schaffen wir es auch rechtzeitig bis ca. 13.30 Uhr, wenn das Hurtigrutenschiff kommt.

23.08.2012

Das Wetter ist recht nett, Sonne und Wolken im Wechsel und so beschließen wir, wie geplant zum Geiranger fahren, mal schauen, wie er sich dieses Mal präsentiert. Wir fahren die schon vertraute Strecke am laaaangen Hornindalsvatnet entlang nach Stryn, weiter geht es hinauf und durch die drei langen, aufeinanderfolgenden Tunnel Ospeli, Grasdal und Oppljos nach Geiranger. Aus dem letzten Tunnel heraus fahren wir in die Wolken hinein, gleich wieder heraus, wieder hinein… Das zieht sich so hin bis vorbei an der Abzweigung zum Dalsnibba (also werden wir da wieder nicht hinauffahren, der war auch schon die beiden letzten Male in den Wolken) und ein Stück bergab Richtung Geiranger. Pünktlich vor dem ersten großen Aussichtspunkt kommen wir aus den Wolken heraus. Und haben Glück, dass gerade nur ein Bus dasteht und das Gedränge nicht so groß ist… Und siehe da, es ist 13.40 Uhr und unten im Fjord liegt das Hurtigrutenschiff. Wir fahren lieber hinunter und ein Stück am Fjord entlang Richtung Ørnevegen, da gibt’s einen kleinen Parkplatz mit Bank. Hier machen wir es uns erst mal gemütlich und schauen zu, wie das Ausflugsboot die Passagiere, die den Trollstigen-Ausflug mitmachen, von der Richard With abholt. Als alle Busse aufgebrochen sind und es im Ort wieder etwas ruhiger scheint, fahren wir hinein, schauen, ob es in den Souvenirgeschäften noch das Gleiche gibt wie vor Jahren: Leider nicht alles, mein Mann wollte einen Elch-Aufkleber in den norwegischen Farben, die gabs leider nicht mehr, schade… Naja, er hat einen anderen gefunden… Im Julehuset erstehen wir noch einen echt drolligen Dekowichtel für die Oma, dann suchen wir uns wiederum eine schöne Bank und verzehren unser mitgebrachtes Picknick. Zum Nachtisch gibt’s noch Softeis, dann entdeckt unsere Kleine endlich den riesigen Holztroll in der Nähe. Für die nächsten 10 min ist sie nicht da wegzukriegen, ist ihr ziemlich egal, dass da andere Leute Fotos machen wollen… Nun ist sie halt auf etlichen fremden Fotos mit drauf.
Anschließend geht’s wieder hinauf, in die Wolken, am Dalsnibba vorbei. Die Fahrt ist faszinierend, dichter Nebel im Wechsel mit strahlendem Sonnenschein. Auf dem Rückweg wollen wir den Gamle Strynefjellsvegen fahren, denn die Kinder gelüstet es nach einer Schneeballschlacht. Auch die findet statt wie geplant, dann geht es zurück. Morgen wird wieder ein Faulenzertag, beschließen wir.

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24.08.2012

Wie gestern beschlossen, ist ausruhen angesagt, ein bisschen Spazierengehen, ein wenig Angeln….


25.08.2012

Ich möchte gern mal nach Måløy, und obwohl es heute regnerisch ist, sind die anderen drei auch leicht zu überreden. Kaum sind wir über die Brücke gefahren und haben einen Parkplatz in der Stadt gefunden, wird aus dem Regen ein leichtes Nieseln, was bald darauf ganz aufhört. Unsere Kleine freut sich, dass sie die neuen wasserfesten Schuhe anhat, jede Pfütze wird mitgenommen. Nach einem Bummel durch den Hafen drehen wir noch eine Runde im Einkaufszentrum (auch gleich am Hafen), dann geht es wieder zurück. Nachmittags und abends traut sich die Sonne etwas länger heraus, so dass sich die Kinder noch mal aufs Fahrrad schwingen und ausprobieren, beim wem das Wasser am höchsten spritzt beim Rasen durch die Pfützen. Meine Güte, bin ich froh, dass eine Waschmaschine da ist… Die Männer steigen noch mal mit den Angeln ins Boot, unsere Kleine aber mag nicht, friert ein bisschen, so bleiben wir beide in der warmen Stube und gucken aus dem Fenster, ob die Männer was fangen. Bald aber ziehen dunkle Wolken auf und ohne Vorwarnung kommt kräftiger Wind auf. Die Männer steuern zum Bootssteg und brauchen mehrere Anläufe zum Festmachen. Noch bevor sie den kurzen Anstieg zum Häuschen hinter sich haben, beginnt es zu schütten. Härtetest für die Regenjacken…

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26.08.2012

Das Wetter zeigt sich nicht viel besser als gestern abend, wir bleiben lieber drin, Spielen, Lesen… Erst am späten Nachmittag hört der Regen auf; wir fahren mal über den „kleinen Bergrücken“ in Richtung Åheim. Am Weg haben wir da im Vorbeifahren etwas Interessantes gesehen. Tatsächlich, neben der Straße steht ein kleines Schild zur „Tusentrinnstrappa“. Eine ganz steile Holztreppe den ganzen Berg hinauf. Leider ist das Holz sehr rutschig durch die Nässe, so machen wir lieber nur einen Spaziergang hier unten und verschieben das Vorhaben der Treppenbesteigung auf ein anderes Mal.

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27.08.2012

Wir schlafen alle lange, aber der erste Blick aus dem Fenster zeigt strahlenden Sonnenschein. Deswegen wollen wir heute Nachmittag einen zweiten Anlauf starten in Richtung Vestkapp. Kaum zu glauben, dass wir erst vor Kurzem hier entlang gefahren sind; bei Sonnenschein sieht die Landschaft ganz anders aus! Schon von der letzten Abzweigung aus in Richtung Vestkapp sehen wir die große Wetterstation auf dem Plateau, die haben wir beim letzten Mal in den Wolken gar nicht wahrgenommen. Das Meer leuchtet in einem irren Blau; auf dem Plateau angekommen, sehen wir, dass die tief stehende Sonne die See regelrecht versilbert, einfach grandios! Der Kiosk hier oben ist geschlossen, anscheinend wird umgebaut. Außer uns ist niemand hier oben… denken wir, bis wir die Wetterstation erreicht haben. Dort grasen nämlich ein paar Pferde, die sich sichtlich über unseren Besuch freuen. Ganz freundlich kommen sie angetrabt, beschnuppern uns und betteln um Streicheleinheiten. Die bekommen sie auch und verfolgen uns dann bis zurück zum Auto. Ich bin hin und weg von der Rundum-Aussicht aufs Meer und die Gebirgszüge rundum und freue mich sehr, dass wir doch noch einmal hier herauf gefahren sind. Der Wind pfeift recht kräftig, so nehmen wir Reißaus, nachdem ich jede Menge Fotos gemacht habe. Auf dem Rückweg wollen wir die Halbinsel noch ein bisschen erkunden und nehmen den Abzweig in Richtung Hoddevik. Das lohnt sich; hier finden wir einen weiteren wunderschönen Strand vor, an dem wir noch einen Spaziergang unternehmen. Coole gestreifte Steine liegen hier herum, von denen die Kinder ganz fasziniert sind. Als wir wieder aufbrechen, marschiert eine Gruppe Surfer Richtung Brandung, das hätte ich mir gern noch weiter angesehen, aber der Rest der Familie mag nicht mehr warten, die drei haben Hunger auf Abendessen und der Rückweg ist noch weit… Schade…

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28.08.2012 und 29.08.2012

Die beiden Tage nutzen wir noch einmal zum Angeln und zum Wandern in der näheren Umgebung. Fotografiert habe ich an den beiden Tagen nix, aber möglichst viele schöne Anblicke bewusst im „Hirn gespeichert“, da unser Aufenthalt in Norge nun bald wieder zu Ende geht. Mich überkommt immer wieder Wehmut… Der Einzige, der sich extrem auf zu Hause freut, ist unser Sohnemann, er vermisst jetzt ernstlich seine geliebten Haustiere. Ich nicht sooo sehr, ich weiß ja, dass sie gut versorgt werden von meinen Eltern. Und auch mein Mann und meine Tochter sagen immer wieder, wie schön es doch wäre, wenn man noch ein paar Wochen dranhängen könnte… Ach ja, seufz…


30.08.2012

Der heutige Tag ist angefüllt mit Packen und Saubermachen. Das Wetter will uns den Abschied wohl erleichtern: Es regnet den ganzen Tag. Was bedeutet, dass ich mit dem Bodenwischen warten muss, bis das ganze Gepäck in Auto und Hänger verstaut ist, bei dem ganzen Herein- und Hinaus-Gerenne wird ja sonst alles wieder schmutzig. Am Vormittag marschiere ich hinauf zum Haus unserer Gastgeber, um noch mal Bescheid zu sagen, dass wir schon heute spät am Abend aufbrechen müssen. Gegen Abend wollen wir alle zusammen noch einmal kurz zu Gunn und Bjørn, um uns zu verabschieden. Schneller, als uns lieb ist, geht auch dieser letzte Tag im liebgewonnen Ferienhäuschen zu Ende. Eine tolle Überraschung wartet aber noch auf uns: Als wir abends bei unseren Gastgebern eintreffen, werden wir hereingebeten und drinnen wartet ein reich gedeckter Tisch. Wir genießen ein opulentes Abendessen mit Gunn, Bjørn und ihrer jüngsten Tochter Ellen. Bei einer angeregten Unterhaltung (Gunn, Ellen und ich auf Englisch und meinen paar Brocken norsk und die Männer „mehr mit Händen und Füßen“) vergeht die Zeit wie im Flug (die Kinder sind auch gut beschäftigt, Gunn hat einen Riesensack voller Legosteine ausgekippt, die hat sie aufgehoben von ihren Kindern und damit spielen ihre Enkel auch liebend gern). Schon ist es nach 22 Uhr, wir verabschieden uns, Rainer überreicht Bjørn noch ein paar Flaschen Bier und dann geht es ab Richtung Oslo.
Heute abend dauert es keine Stunde, da schlafen beide Kinder selig. Wir fahren lieber geradewegs nach Osten zur E6, weil wir nicht genau wissen, ob die beiden Fähren, die wir auf dem Hinweg genommen haben, auch nachts verkehren. Also geht es ein weiteres Mal den nun schon vertrauten Weg nach Stryn und dann weiter über Lom Richtung E6. In Lom machen wir ein kurzes Päuschen, die Kinder schlafen selig weiter im warmen Auto. Draußen ist es schon ordentlich kalt, nur 2°C. Nachdem ich die Stabkirche fotografiert habe, geht’s schnell wieder ins Auto. Die E6 hält jede Menge Baustellen bereit, wir kommen aber gut voran, es ist ja kaum ein Auto unterwegs um diese Uhrzeit. Manchmal wären wir aber gar nicht böse gewesen, wenn wir jemand vor uns gehabt hätten „als Lotse“. Die Straßenmarkierungen in der Baustelle waren teils recht abenteuerlich.

Bild

31.08.2012

Im Morgengrauen tanken wir bei Lillehammer, mein Mann nimmt eine Mütze voll Schlaf. Kurz vor Oslo suchen wir uns nochmals ein ruhigeres Plätzchen für eine längere Pause, wir frühstücken zusammen, dann gehe ich mit den Kindern eine Runde spazieren, damit der Papa das „nächste Häppchen“ Schlaf bekommt.
In der Warteschlange am Fähranleger will die Langeweile gerade die Kinder ernsthaft nörgelig werden lassen, da bekommen wir noch ein unerwartetes Schauspiel geboten: Das laute Dröhnen eines tief fliegenden Düsenjägers ist zu hören und gleich darauf sehen wir tatsächlich das Flugzeug extrem tief über den Hafen sausen, eine Runde über die umliegenden Häuser drehen und wieder verschwinden. Die meisten Wartenden waren aus ihren Fahrzeugen gesprungen, nahmen gerade die Hände von den Ohren, da kam der tollkühne Flieger zurück und zeigte gar einige Kunstflugfiguren. Klingt unglaublich, ist aber wahr. Anschließend ist rundum keine einzige Möwe mehr zu sehen, die waren sicher total geschockt vom „großen lauten Vogel“… Dann geht es auch schon auf die Fähre.


01.09.2012

Nach einer schönen ruhigen Überfahrt geht’s morgens in Kiel von Bord. Die Hektik und Fülle auf den Straßen in Deutschland schockt einen wirklich jedes Mal bei der Rückkehr aus Norwegen… Es dauert auch nicht sehr lange, da stehen wir im Stau… Nach einiger Zeit laaaangsaaaamen Dahinkriechens gelangen wir an einen Rasthof, wo wir zu Mittag essen. Und die Kinder ausgiebig auf dem Spielplatz herumtoben lassen. Und siehe da, derweil hat sich der Stau zumindest in zähfließenden Verkehr verwandelt und wir fahren weiter. Am frühen Abend kommen wir zu Hause an. Derweil die Kinder ganz aufgeregt Oma und Opa „überfallen“ und beginnen, ihre Erlebnisse zu erzählen, räumen wir wenigstens die tiefgekühlten mitgebrachten Fische (die paar, die wir nicht gleich gefuttert haben) aus der Styroporbox in die Tiefkühltruhe. Und die Kinder versprechen Oma und Opa, dass es bald mal Fisch vom Grill gibt…
LG Ines
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon Schnettel » Mi, 21. Nov 2012, 19:41

Toll! Da hattet ihr ja einen richtig schønen Urlaub!
"Lange geschlafen - spæt gefruehstueck" - das kenne ich ;-) Aber dafuer ist es ja Urlaub.
Genutzt habt ihr die Zeit und das Wetter super! Klar, es gibt kein falsches Wetter, nur schlechte Kleidung...
Und ab und an mal ne Ruhepause oder ein Gesellschaftsspiel ist ja auch schøn.

Wo genau ward ihr denn eigentlich?
Die Huette sieht ja richtig urig aus!
Når livet gir deg sitroner - be om Tequila og salt!
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon inesmstaedt » Mi, 21. Nov 2012, 23:51

Ja, Schnettel, da hast Du vollkommen recht mit dem Wetter. Wer immer Sonne und Wärme braucht im Urlaub, muss halt in den Süden fahren...
Wir waren in Berstad, das ist ein aus wenigen Häusern bestehender Ortsteil von Selje, nicht gar so weit vom Nordfjord weg. Hier ist ein Link zur Karte:

https://maps.google.com/?q=62.012587695312185,5.41050910949707&z=9&doflg=ptk&f=d

Das Bild der Hütte hat auch den Ausschlag gegeben beim Ferienhaus-Buchen... Das hat uns allen sofort gefallen :D Und toll war auch die Einrichtung; es war fast wie Wohnen im Museum. Wobei Bad und Küche schon modern ausgestattet waren...
LG Ines
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon syltetoy » Do, 22. Nov 2012, 12:22

Vielen Dank für den tollen und ausführlichen Bericht, auch die Fotos gefallen mir sehr gut..............Ja, Norwegen ist schon ein sehr sehr schönes Land.
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon Schneggi » Do, 22. Nov 2012, 13:11

Danke für die Fortsetzung, Ines. Du hast das ganz toll geschrieben. Da fühlt man sich gleich als wär man selbst dort gewesen.
LG
BabsBildmit den Prinzen Gizmo, Lille und Fjell
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon Julindi » Do, 22. Nov 2012, 16:04

Was für ein schöner Bericht! Auf den hab ich schon gewartet, nachdem Du bei meinem Bericht geschrieben hattest, du seist in derselben Gegend wie ich gewesen...

Es kamen so viele schöne Erinnerungen beim Lesen hoch! Ihr seid ja in "Nordpoll" sogar direkt an "unserem" Ferienhaus vorbeigefahren :D Die Ecke ist einfach wunderschön!

Und das mit dem Autofahren fällt uns auch jedesmal auf: kaum in D auf der Straße: Hektik, Hupen, dichtes Auffahren, Drängeln... und man wünscht sich auf die kleinen einspurigen Straßen mit Ausweichbuchten zurück ... :wink:

Danke für den Bericht, den werd ich sicherlich nochmal lesen :D
Reiseberichte mit Fotos auf http://www.ju-cara.jimdo.com
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon gwenni » Do, 22. Nov 2012, 23:01

Ein wirklich toller Bericht! Vielen Dank dafür! :super:

Nebenbei gesagt finde ich es richtig klasse, wieviel Zeit sich einige nehmen, um ihre Impressionen zu teilen und den anderen Lust zu machen!
VIelleicht sollte ich auch mal meine Bilder sortieren ;)
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Re: Familienurlaub 2012

Beitragvon inesmstaedt » Fr, 23. Nov 2012, 10:25

Vielen lieben Dank Euch allen für die netten Rückmeldungen. Schon allein dafür hat es sich gelohnt, den Bericht zu schreiben. Gestern abend saß der Göttergatte vor dem Laptop und hat sich den Bericht mal durchgelesen. Er meinte, das lässt die Reise noch mal richtig lebendig werden für ihn. Genauso ging es mir beim Schreiben... Man könnte schnurstracks wieder den ganzen Krempel ins Auto schmeißen und losbrausen Richtung Norden. Übrigens, im Radio lief (wie passend...) kurz nach unserer Abfahrt damals im August das Lied "Heeeeeh, ab in den Süden..." Wir haben das im Chor übertönt: "NOOOOORDEEEEN!!!" :lol:
LG Ines
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