nun ist es soweit, nach dem sechsten Norwegenurlaub kriege ich es nun endlich mal hin, einen Reisebericht zu schreiben…
Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, auf dem (extra dafür mitgeschleppten Laptop) ein Reisetagebuch zu führen, in der Praxis aber hatte ich so gar keine Lust, mich im Urlaub vor das Ding zu setzen, sitze ja auf Arbeit schon den ganzen Tag vor dem Bildschirm.

09./10.08.2012
Endlich, mein letzter Arbeitstag vor der Abfahrt nach Norge! Ein bisschen eher Feierabend, anschließend Packen für meine beiden Zwerge und mich (der Göttergatte hatte schon die ganze Woche frei und hat Gott sei Dank seine Reisetasche und die vielen anderen Dinge wie Angelzeug, Fahrräder u.v.m. schon in Kofferraum und Hänger verstaut), großes Hin und Her, wie das restliche Gepäck noch hineinpasst und dann noch ein kleines bisschen Ruhe vor der Abfahrt. Haben wir gedacht… Unsere Kinder sind so aufgeregt, dass wir es um 22 Uhr aufgeben mit dem „Ruhen wollen“ und zum Aufbruch blasen. Nach ca. 6 Stunden Fahrt auf der fast leeren Autobahn sind wir schon bei Tagesanbruch in Kiel. Schon daheim hatten wir uns vorgenommen, mal zum Nord-Ostseekanal zu fahren. Nach einigem Suchen haben wir auch ein nettes Plätzchen gefunden. Die Kinder sind putzmunter, obwohl sie nur ca. 1h im Auto geschlafen haben, deswegen schnappe ich sie mir für einen langen Spaziergang am Kanal entlang, so kann der arme Papa, der die ganze Nacht gefahren ist, ein wenig Schlaf bekommen. Anschließend geht’s wieder hinein nach Kiel, Frühstücken, ein wenig am Hafen umherlaufen, dann ist es auch schon Zeit, sich am Norwegenkai anzustellen. Auf der Color Magic weigert sich meine Kleine, an Deck zu gehen, ehe das Schiff nicht mit der „Huperei“ beim Auslaufen fertig ist. Beim letzten Mal vor vier Jahren hat sie sich dabei mörderisch erschrocken, das weiß sie tatsächlich noch… Ca. 17 Uhr ist mein Sohnemann immer noch nicht müde, die kleine Maus aber schläft bald im Stehen ein (ich auch…). Beide schlafen wir (sanft geschaukelt von nur schwachem Seegang) durch bis Samstag früh, wann unsere Männer abends zurück in die Kabine gekommen sind, haben wir nicht mehr mitbekommen.


11.08.2012
Ich bin schon um halb sechs munter, die anderen schlafen noch. So schleiche ich raus und gehe durch das (gespenstisch ruhige) Schiff Richtung Deck, ohne irgendjemandem zu begegnen. Dort oben kann ich einen herrlichen Sonnenaufgang beobachten, muss dann aber schnell flüchten. Denn das Deck wird (wie ich jetzt weiß) frühmorgens mit dem Feuerlöschschlauch gereinigt. Spritzt ganz schön weit… Bin sehr schnell geflitzt zur nächsten Tür nach innen… Mittlerweile sind auch Mann und Kinder wach, nach dem Frühstück in der noch fast leeren Cafeteria warten wir oben an Deck gespannt auf unsere Ankunft in Oslo. Endlich fahren wir vom Schiff, ab Richtung Hønefoss raus aus der Stadt. Während einer Fahrpause wird gleich der erste Einkauf in Norge getätigt: „Hmmm, endlich wieder Tine Smør und 3,9%ige Melk und das leckere Brot! Ganz zu schweigen vom Käse…“
Weiter geht es auf dem RV7 bis Gol, dann auf der 52 bis zum Lærdalsfjord, weiter auf der 5, später der E39 bis Nordfjordeid, dann ist es gar nicht mehr so weit.
Die Wegbeschreibung von Danc**ter war lustig, kleine Untertreibung zum Ende des Weges: „…bis Åheim, dann fahren Sie über einen kleinen Bergrücken…“. Das hat uns den ganzen Urlaub amüsiert, der „kleine“ Bergrücken war doch ganz schön hoch und steil… Gegen 19 Uhr angekommen, werden wir vom Sohn unserer Vermieterin herzlich begrüßt und zum Häuschen geschickt: „Der Schlüssel steckt!“ Unser Vermieterehepaar ist selbst noch auf Reisen und wird erst in ein paar Tagen zurück erwartet.
Große Begeisterung bei uns vieren: so ein tolles Häuschen mit Grasdach! Das einzige Gewöhnungsbedürftige für meinen Mann und mich: Immer schön den Kopf einziehen! Denn das Haus wurde 1850 erbaut und da sahen die Deckenhöhen noch ein bisschen anders aus als heute. Viel ausgepackt wird erst mal nicht: Erst mal nur die Betten beziehen, ein paar belegte Brote zum Abendessen und dann einfach nur draußen sitzen, auf den Fjord gucken und freuen, dass man hier ist. Endlich wieder angekommen nach vier Jahren ohne Norge…


12.08.2012
Wir haben uns vorgenommen, erst einmal „ganz konzentriert“ nur zu faulenzen. Nach ein paar Jahren Um- und Ausbau zu Hause und daher ohne richtigen Urlaub und außerdem nach der langen Anfahrt hält sich die Unternehmungslust erst einmal in Grenzen. Wie schon oben gesagt: Einfach nur draußen sitzen, auf den Fjord gucken und freuen, dass man hier ist… Oder zur Abwechslung mal auf den Berg gucken und weiter wie gehabt. Fürs erste haben unsere Kinder das auch akzeptiert, sind in Sichtweite umhergestromert und haben die nächste Umgebung erkundet. Für einen Spaziergang ein Stückchen am Fjord entlang haben wir uns aber doch noch aufgerafft… Als wir zurückkommen, lernen wir noch eine der Töchter unserer Gastgeber kennen, die uns ein wenig zur Geschichte unseres Häuschens erzählt.

13.08.2012
Lange geschlafen, spät gefrühstückt, haben wir uns gegen Mittag aufgemacht in Richtung Selje, die nächste größere Ortschaft. Die Männer wollen Ausschau halten nach einer guten Stelle zum Angeln vom Ufer aus. Derweilen habe ich mit meiner Kleinen einen wirklich schönen Strand mitten im Ort entdeckt. Schade, dass wir keine Badesachen dabei haben. Nun gut, auch mit aufgekrempelten Hosenbeinen kann man fein im Sand buddeln, Wasser schöpfen und eine Sandburg bauen. Nach einigen Warnungen: „Vorsicht, wenn Du Wasser schöpfst! Da kommt eine Welle!!“ ziehe ich der Maus dann doch Pulli, Hose und Strümpfe aus; die Unterwäsche muss als Not-Badekleidung herhalten; sonst wäre alles nass geworden… Erst mal kein Angelerfolg für die Männer.
Zurück beim Häuschen probieren die Kinder erst einmal die Wege zwischen den Wiesen unserer Gastgeber mit dem Fahrrad aus. Das ist wirklich toll für die beiden und auch für uns. Wir wissen, da fährt kein Auto, da können wir sie unbesorgt herumrasen lassen. Papa und Sohn versuchen etwas später ihr Angelglück nun vom Bootssteg aus und siehe da, die ersten Makrelen beißen an. Das Abendessen ist gesichert! Das Grillfässchen wird in Betrieb genommen, wenig später essen wir draußen mit herrlicher Aussicht in Alufolie gebackenen Fisch. LECKER! Da es noch schön lange hell ist, bleiben wir trotz der beißenden winzigen Fliegen draußen, Töchterchen bricht sage und schreibe 21.30 Uhr zu einer weiteren Radfahrt über die Wiesen auf. Zu Hause schläft sie um diese Zeit schon lange! Hier scheint die Sonne noch strahlend hell die Berghänge an. Ich komme endlich mal wieder dazu, länger als eine halbe Stunde am Stück zu lesen. Einen weiteren der Söhne unserer Gastgeber lernen wir heute auch kennen, er hat heute „Schafdienst“, kümmert sich um die 50 „Mähmaschinen“, die auf den Weiden rundherum grasen.


14.08.2012
Lange geschlafen, spät gefrühstückt, marschieren die Männer frisch gestärkt zum Bootssteg, der Angelerfolg gestern hat Appetit auf mehr gemacht. Unsere Kleine fährt wieder Fahrrad. Und weil heute ein paar Schmetterlinge über die Wiese flattern, flattert sie mit dem kleinen Kescher hinterher, den die Männer hier beim Haus vergessen haben… Da unsere Männer schon nach knapp zwei Stunden das heutige Abendessen erbeutet haben, beschließen sie, den Wanderweg Richtung Berstadvatnet in Angriff zu nehmen. Da der noch zu steil für unsere Fünfjährige ist, gehen wir Damen in die andere Richtung, hinunter zum Fjord. Gut, dass wir einen Eimer dabeihaben, die Kleine gerät in Sammelwut: So viele schöne Muscheln und Steine! Die nehmen wir alle mit hoch zum Haus und sie spielt selig mit den neuen Schätzen, bis die Männer wiederkommen und den Grill anwerfen. Heute abend ist es kühler, aber trotzdem schön genug zum lange draußen sitzen.

15.08.2012
Lange geschlafen, spät gefrühstückt, ist nun aber doch die Lust auf einen längeren Ausflug gewachsen und so beschließen wir, heute den Leuchtturm Kråkenes fyr zu besuchen. Ich habe noch das Bild aus dem Internet vor Augen mit den tobenden Wellen der Stadhavet, welche Gischt bis hinauf zum Leuchtturmhaus hinauf werfen. Heute aber ist es windstill, mal sehen, wie es dann aussieht. Schon die Anfahrt über Måløy und die ganze Insel Vågsøy bietet spektakuläre Ausblicke. Auf dem kurzen Fußweg zum Kråkenes fyr kommt uns das Pärchen entgegen, dem anscheinend das einzige andere Auto auf dem Parkplatz gehört. Oben ist … niemand. Nur ein paar Mähmaschinen, wie Sohnemann die Schafe nennt. Das Café, das es mal gab, ist geschlossen, so dass man leider nicht ins Haus hinein kann. So schauen wir von draußen aufs Meer. Die Kleine kann nicht recht glauben, dass in Richtung Westen erst mal laaaange nichts kommt und dann Amerika… Das Meer ist ganz ruhig, nur winzige Wellen riffeln die Oberfläche. Wieder unten am Parkplatz, gehen wir ein Stück Richtung Ufer. Hier muss früher auch noch was gestanden haben, alte Fundamente und verrostete Halterungen sind noch zu sehen. Was das wohl war? Von hier aus bekomme ich auch schön das komplette Haus mit Leuchtturm samt dahinterliegendem Wohnhaus aufs Foto. Auf dem Rückweg sticht mir wieder der große weiße Streifen ins Auge, den ich schon auf der Hinfahrt sah. Das ist doch bestimmt ein Strand! Tatsächlich, bei Refvik finden wir einen herrlichen, riesigen, weißen Sandstrand, an dem sich schon etliche Familien tummeln. Und wieder keine Badesachen mit, wir wollten ja nur zum Leuchtturm... Wie gehabt, Kinder bauen ihre Sandburgen und Talsperren in Unterwäsche, wir setzen uns in den warmen Sand. Mein Mann watet mit den Kindern ein Stückchen ins Wasser, bibbernd hüpfen sie wieder heraus. Zusammen bewundern wir (schon vom Zugucken zitternd) die Norweger/innen, die sich zum Schwimmen in den Atlantik begeben. Die Kinder sind kaum vom Strand wegzukriegen.
Auf dem Rückweg fällt uns im Ort „Flister“ (den Namen finden die Kinder lustig) ein dicker Fels auf, der da mitten auf der Wiese vor einer Felswand liegt. Als hätten die Riesen Murmeln gespielt. Heute abend gibt’s mal keinen Fisch, macht nix, morgen bestimmt…




16.08.2012
Wie gehabt, lange geschlafen, spät gefrühstückt… Heute ist das Wetter recht durchwachsen, mal guckt die Sonne, mal nieselt es. Bei einem kurzen Blick hoch zum Haus unserer Gastgeber stellen wir fest, dass da ein bisher unbekanntes Auto steht. Es dauert auch nicht lange, da lernen wir endlich Gunn und Bjørn kennen, unser Gastgeber-Ehepaar! Sie sind total nett, kommen zu unserem Häuschen und fragen, ob es uns auch an nichts fehlt. Bjørn, mein Mann und Sohnemann verabreden sich für den nächsten Vormittag zur Einweisung für das Boot, heute muss Bjørn nämlich gleich noch einmal weg. Macht nix, wir wollten sowieso mal dem interessanten Tip aus dem Forum der Norwegenfreunde nachgehen. Ein Hoch auf die Suchfunktion, bei der Suche mit dem Stichwort „Selje“ bin ich im Vorfeld unserer Reise über den Hinweis gefallen, dass man nahe Åheim in einem Bach Peridote finden kann. Für unseren Sohn, den Hobbygeologen, klingt das sehr verlockend. Ich weiß nicht mehr, von wem der Tip war, aber möchte mich herzlich bedanken. Dank der detaillierten Wegbeschreibung haben wir den richtigen Bach gefunden und in diesem jede Menge Peridote. Alle stapften wir mit Gummistiefeln im Wasser herum und wenn unsere Kleine dann nicht bis an die Knie dringestanden hätte (womit auch die Regenhose nix mehr nützte und Stiefel und Hose innen nass waren), hätten wir womöglich gar kein Ende gefunden. Das hat echt Spaß gemacht!
Nach der Heimkehr ging es gemeinsam zum Bootssteg. Erst einmal haben wir mit dem Kescher eine winzige Scholle, eine klitzekleine Krabbe und eine Garnele gefangen. Einen ebenso kleinen Seestern hat mein Sohn direkt am Ufer mit der Hand herausgefischt. In einem Eimer mit Meerwasser, etwas Sand und ein paar Steinen hat mein Töchterchen die Minischar dann beobachtet und war gut beschäftigt, solange Bruder und Papa das Abendessen erbeuteten. Heute gelang es den beiden, einen schönen großen Seelachs zu fangen, den heben wir auf für morgen Mittag!

17.08.2012
In der Nacht kommt Wind auf; es pfeift ordentlich ums Häuschen und es beginnt zu regnen. Und nicht wenig, es trommelt ganz schön heftig aufs Grasdach! Am Morgen weckt uns recht zeitig ein donnerndes Geräusch, das ich im ersten Moment nicht recht einordnen kann. Dann geht mir ein Licht auf: Der bisher dezent plätschernde Wasserfall in der Nähe ist sicher durch den kräftigen Regen ordentlich gewachsen! Tatsächlich, ein Blick aus der Haustür bestätigt es. War der Bach bis gestern nur leise zu hören und hinter kleinen Bäumen und Büschen gar nicht zu sehen, sieht das nun ganz anders aus! Cool! Wir beeilen uns mit dem Frühstück, steigen in die Gummistiefel und nehmen unseren „hauseigenen“ Wasserfall genauer in Augenschein. In den letzten Tagen hatten wir neben der Straße so einige Rinnsale den Berg herablaufen sehen, auf einem Spaziergang stellen wir fest, dass die sich alle in rauschende Wasserfälle verwandelt haben. Nicht nur die Kinder sind begeistert! Bald aber beginnt es wieder zu regnen und wir flüchten in unser gemütliches Häuschen. Heute ist es auch recht kalt, so dass wir das erste Mal den Ofen anmachen. Schnell wird es warm, wir holen das „Mensch, ärgere Dich nicht“ - Spiel heraus. Nach einigen Runden ärgert sich Sohnemann aber so sehr darüber, dass er nicht immer der Gewinner ist, dass er aussteigt. Ein Glück, dass auf meinem Laptop die üblichen Spiele wie Solitär und Minesweeper sind, so vergnügt er sich damit, während wir andern uns tapfer bis in den späten Abend hinein weiterärgern.

18.08.2012
Lange geschlafen, spät gefrühstückt, und siehe da, draußen sieht es heute schon freundlicher aus. Da wir nun das Boot benutzen können, geht es zum ersten Angelausflug zu viert aufs Wasser. Damit es unserer Kleinsten, der wir lieber noch keine Angel in die Hand drücken wollen, nicht langweilig wird, haben wir in einen großen Bottich Wasser gefüllt und setzen ein paar kleine Fische lebendig hinein. Die beobachtet sie nun mit großer Freude und jagt sie auch ein bisschen herum. Sprunghaft steigert sich unsere Fisch-Ausbeute, zum Abendessen bestellen die Kinder wieder Fisch vom Grill.
19.08.2012
Nach den beiden sehr ruhigen Tagen steht uns wieder der Sinn nach einem längeren Ausflug. Also beschließen wir: Heute geht es zum Vestkapp. Das Wetter ist gar nicht mal so schlecht, aber gemeinerweise stecken sämtliche Bergspitzen in einer tiefhängenden Wolkendecke und wie wir bald feststellen müssen, auch das Vestkapp. Die Straße dorthin sieht aus wie abgeschnitten: Mittendrin verschwindet sie im Nebel. Wir fahren trotzdem hoch und sehen: NICHTS… Unverrichteter Dinge fahren wir wieder nach unten. Obwohl es nun zu regnen beginnt, biegen wir mal ab in Richtung Honningsvåg. Dort gibt es auch nicht so viel zu sehen, aber die Kinder haben viel Spaß mit einigen neugierigen Zwergziegen, die uns dort bei einem kurzen Halt begegnen. Auf dem Rückweg sehen wir wieder einen tollen Strand, den wir aber auf Grund des schlechten Wetters lieber links, nein, rechts liegenlassen. In Leikanger drehen wir noch eine Runde durch den Ort, dann geht es wieder zurück. Draußen sitzen macht heute abend keinen Spaß, denn es nieselt wieder. Also versucht der Papa, unserer Kleinen das Dame-Spiel beizubringen, der Große „quält“ mein Laptop und ich lese.



20.08.2012
Heute ist es zwar auch bewölkt, aber mit Lücken und nicht so „tief hängend“ wie gestern. Das scheint uns günstig für eine kleine Gletscherwanderung. Da wir schon mehrmals am Briksdalsbreen waren, entschließen wir uns, dieses Mal den Kjenndalsbreen zu besuchen. Schon auf der Hinfahrt sehen wir in Olden ein Kreuzfahrtschiff liegen und nehmen uns vor, auf dem Rückweg mal nachzusehen, ob es dann auch noch da ist.
Die Fahrt auf der schmalen, mautpflichtigen Straße, die hinter Loen beginnt und bis nah an den Gletscher führt, unterbrechen wir immer wieder wegen atemberaubender Ausblicke, einfach umwerfend! Ich sage zu meinem Mann, dass wir hier zum Glück sicher keinem Bus begegnen werden, so schmal, wie die Straße ist, die bald in einen geschotterten Weg übergeht. Irrtum! Am Ende des Weges findet sich ein doch recht großer Parkplatz und dort steht ein großer Bus. Schon bei dem Gedanken, dass uns dieser entgegen gekommen wäre, wird mir etwas mulmig. Die Ausweichstellen lagen doch recht weit auseinander… Vom Parkplatz aus geht es zu Fuß weiter, laut rauschen ringsum mehrere Wasserfälle herab und je näher wir dem Gletscher kommen, desto kühler wird es. Mein Mann und die Kinder wollen unbedingt ein Stückchen Gletschereis kosten, aber daraus wird dieses Mal nichts. Wir kommen nicht so nahe heran. Unsere besseren Kletterer (die Männer) versuchen es zwar, während wir Mädels auf einem dicken Stein hockend zuschauen, werden aber von einem Arm des Gletscherflusses abgehalten, den sie nicht trockenen Fußes überwinden können. Wenn es also kein Eis zum Lutschen gibt, trinken wir eben vom kühlen Schmelzwasser. Auf dem Rückweg wären wir gern auch noch Richtung Lodalsbreen gefahren, müssen aber passen, da wir keine passenden Münzen für den Mautautomaten mehr haben. Schade…
In Olden angekommen, nehmen wir das dort liegende Kreuzfahrtschiff in Augenschein und siehe da, einige der im Hafen umherspazierenden Passagiere haben wir oben am Gletscher schon gesehen. Wir essen Hamburger in der Tankstelle neben dem Hafen, schauen noch zu, wie das Schiff ausläuft und machen uns dann auf den langen Rückweg. Als wir an unserem Häuschen ankommen, sind doch tatsächlich beide Kinder müde… Wir auch…



Teil 2 folgt bald...
Liebe Grüße
Ines