Hei Thomas,
>ich versuche gerade eine norwegische Speisekarte ins deutsche zu übersetzen.<
Das finde ich Suuper!!
> Dabei bin ich auf drei Fischarten gestoßen, deren Übersetzung ich im Wörterbuch nicht finde. Kann jemand "Breiflapp", "Uer", und "Skolest" ins deutsche übersetzten ?
Und was ist "Andeconfit" ? <
Oh jeh, wenn das auf einer französischen Speisekarte oder auch auf einer mitteleuropäischen 2-3-Sterne Mich. – Karte gestanden hätte, wäre ich wirklich ganz neidisch geworden.
Auch sehr gute „Küchen in Oslo“ haben hier jedoch m. E. noch einen erheblichen Nachholbedarf – hat mit der französischen Küche nix zu tun, weil um Lichtjahre davon entfernt.

)
Hier aber die Beantwortung deiner Fragen:
- "Breiflapp"
= Seeteufel, m. E. der geschmackvollste Fisch überhaupt auf dem Markt – wenn, er denn einigermaßen richtig zubereitet ist, und der teuerste Fisch nach Klische in D überhaupt.
Übrigens, auch die Backen vom breiflapp sind ein Gedicht! Dieser Fisch ist einfach wunderbar!!
Ist noch nicht so lange her, da haben die Norweger diesen hervorragenden Fisch als Beifang einfach „Über-Board“ geworfen, weil er in Norwegen lange als „Unfisch“ galt!!!
"Uer",
= der große Rotbarsch – ein guter Speisfisch, der seit Jahrzehnten überall vermarktet wird.
"Skolest",
der ist eigentlich in N und auch D wenig bekannt, obwohl auch der m. E. ein guter bis sehr guter Speisefisch ist
In Norwegen auch unter den Namen: buttnase, langstjert, skolest, spiritist bekannt, aber (noch) relativ unüblich auf Speisekarten in N.
Zu Deutsch unter Grenadierfisch, Langschwanz, Rundnase etc. bekannt – aber außer 3 Sterne Mich . wird’ der in D nicht angeboten.
Die Franzosen kennen ihn (Coryphaenoides rupstries) unter dem Namen „grenadier de roche“ und zählen ihn zumindest zu den sehr guten Speisefischarten.
In Skandinavien gilt er eher (noch) als billigen Beifang!!
Andeconfit" =
„kandierte Ente (Entenbrust)“ – im französischen Maßstab, ein absolut außerordentliches und hervorragendes Produkt auf der Speisekarte, das ich nur empfehlen kann!!!!!
Leider steht es als „Andeconfit“ auch öfter in Oslo auf der Vor- oder Hauptspeisekarte – und das zu einem Spotpreis auf der Vorspeisenkarte von ca, 100 NOK oder so; das hat nun mit " Andeconfit“ wirklich nichts gemein!!
„Andeconfit“ ist erstmal ein Produkt der wirklichen super-Spitzenklasse!!!!!
„Andeconfit“ ist im optimalen Fall das hochwertige Enten-Produkt aus der Casgogne; egal was auch immer, das Fleisch, die Leber und was auch immer…..
In D bekommt man das vielleicht noch in 3 Sternen Mich,- Buden - aber in N wohl niemals.
In Norwegen wie auch in D (bis zu 2 Sterne Mich) ist das die gezüchtete Wildente irgendwoher, nun ja, auch die ist brauchbar bis 1-2 Sterne Mich,) aber das hat überhaupt nix gemein mit der Andeconfit – also mit der „Casgogne-Ente“!
Diese Ente ist in F auch nie „sprøstekt“ o. ä. (also so was wie mit knuspriger Haut gebraten, wie man das absurderweise immer in den „Küchen“ in Oslo liest, sondern halt’ eher sehr viel mehr „fruchtkandiert“ mit einem unglaublichen Aroma…und in der entsprechend unglaublichen Sause)..., die Norweger rühren wieder Rømme da rein –auch ein tolles Produkt als fettigen Geschmacksverstärker – aber, wenn der Basis-Geschmack mal wieder fehlt: „ Muss Røme her“ wie auch sonst immer …….

((((
Ich liebe vieles in Norwegen, aber genau das fehlt mir in Norwegen – eine einigermaßen brauchbare Küche wie oben beschrieben.
Die Grundprodukte in N sind meistes unvergleichlich gut, aber was die so genannten Köche in N daraus machen , ist gelinde ausgedrückt sehr gewöhnungsbedürftig und es ist nach Island immer noch die schlimmste Ess- und Trinkkultur, die ich in Europa kenne.
Fazit:
Leute kocht selbst in Norwegen, denn Norwegen hat auch die meisten und besten Grundprodukte in Europa.
Auch das sollte mal gesagt werden beim Übersetze von Speisekarten.
In dem Sinne, kulinarische Grüße von
Jürgen